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Working Holidays / Work & Travel in Australien

 Erfahrungsberichte zu Working Holiday / Work & Travel in Australien

Arbeiten auf einer Tabakfarm in Victoria
Daniela Hoekstra berichtet über ihre Arbeit
(mit Update vom Novemver 2006)

TabakfarmEigentlich waren wir schon auf dem Weg nach Shepparton (Fruitpicking), als wir uns entschlossen haben noch einen Reitausflug in die High Country bei Mansfield zu machen! Das sollte sich als super Entscheidung herausstellen.

Das Landschaftsbild ist geprägt von den in der Sonne golden glänzenden Feldern, kleinen Flüssen, umringt von den Bergen. Man fährt durch verschlafene kleine Örtchen und geniesst einfach  nur die Stille ebenso wie die Natur.
Wir waren so begeistert, dass wir kurzer Hand unsere Pläne änderten und beschlossen, dort nach Arbeit zu suchen.

Als erstes haben wir bei Worktrainers Employment Services in Mansfield (Phone: 03-57752800) nachgefragt. Die Frau schwärmte von den Tabakfarmen in den Bergen, von Whitfield (King Valley) und sagte, es wäre traumhaft schön dort.
Sie gab uns die Nummer von Worktrainers in Myrtleford (Phone: (03-57521988) und meinte, wir sollten dort anrufen und nachfragen, ob es zur Zeit Arbeit gibt.
Kurze Zeit später hatten wir bereits eine Telefonnummer von einem Tabakfarmer in Whitfield. Wir riefen natürlich sofort bei dem Farmer an und konnten bereits eine Woche später anfangen.

Der Farmer Dario, seine Frau Sue und die 4 Kinder (3 Mädels und 1 Junge) sind unglaublich nett. Wir hatten auf der Farm unser eigenes Haus, für das wir nur 100 A$ für die 3 Monate pro Person zahlten, mit einer Terrasse, kleinem Garten und Blick auf die Tabakfelder und die Berge.
Das Haus hat ein Badezimmer mit Badewanne und Dusche, eine große Küche, eine Waschmaschine und drei weitere Räume.
Der Farmer versorgte uns nicht nur mit Arbeit und Geld, sondern auch mit frischen Tomaten, Mais, Paprika ... frisch vom Feld.

tabakfarm-hausGearbeitet wird 4 Tage die Woche meistens 10 -12 Stunden.
Die Arbeit ist einfach und nicht hart, aber
nach 10-12 Stunden,  bei 35 bis 40 Grad, ist
man dann doch sehr müde - zumindest am
Anfang!!!
Man sitzt den ganzen Tag auf bzw. besser unter einer Maschine und pickt die Tabakblätter.
Der erste von 6 oder 7 Picks ist dabei am anstrengendsten, da man sich etwas nach unten beugen muss, um die unteren Blätter der Pflanze pflücken zu können.
Morgens geht es immer als erstes für ca. 2 Stunden in die “Kilns” - dort werden die getrockneten Blätter aus dem Ofen geholt und in Säcke für den Verkauf verpackt.
Das ist die härteste Arbeit, da die Rahmen, in denen sich die getrockneten Blätter befinden, geschleppt werden müssen.

Die Frühstückspause im Shed und die Nachmittagspause sind immer die schönsten. Morgens gibt es selbst gebackenen Kuchen von Sue und nachmittags zuckersüße Melone
direkt vom Feld!!!

Nach 4 Tagen picken gibt es immer eine Pause von 4 Tagen, da in dieser Zeit die Blätter trockenen müssen und es nur 4 Öfen gibt.
Die erste Woche und die erste Pause haben wir mit dem abbrechen der Tabakblüten verbracht.
In den freien Tagen besteht die Möglichkeit, auf anderen Farmen zu arbeiten. Wir haben zum Beispiel ein paar mal auf der Nachbarfarm bei Peter und Rita im Vineyard sowie beim Tabak ausgeholfen.
Außerdem haben wir auch auf Vic's Farm (Libanesen) gearbeitet. Das war für zwischendurch auch okay, aber längerfristig würde ich dort nicht Arbeiten wollen! Zu große kulturelle Unterschiede und Probleme vor allem für Frauen! Die meisten Leute haben es dort nur 2 Wochen ausgehalten!

ZU DER FARM UND DEM ORT
Die Farm ist total genial!!!
Vor allem für Leute, die wie ich Tiere lieben!!!! Es gibt dort viele Kühe, die im April alle ihr Kälbchen bekommen, jede Menge Hühner, Gänse, 1 Strauss, Hunde und Katzen.
Zwei Kühe, Bell die Milchkuh und Padow meine Lieblingskuh, sind zahm und man kann sie knuddeln!
Durch die Farm läuft ein kleiner Fluss in dem man Baden kann.

Whitfield - der Ort - hat nicht viel zu bieten, außer einem kleinem General Store (ziemlich teuer), einer Post und einem Pub. Zum Einkaufen müsst ihr immer nach Wangaratta (50 km) fahren.

tabakfarm-familie02FAKTEN

  • der Stundenlohn ist 14 A$ (wir haben in den drei Monaten 13.000 A$ (netto zu zweit) verdient)
  • die Arbeitszeit ist zwischen 10-12 Stunden, 4 Tage die Woche und dann sind 4 Tage frei
  • die Unterkunft kostet 100 A$ pro Person (egal wie lange man bleibt)
  • in der Schule (Whitfield) gibt es für 2 A$ die Stunde Internet (Mo. und Mi.)
  • für die Arbeit ist es am besten, sich Handschuhe zu kaufen, da eure Finger schwarz und klebrig werden. Diese bekommt ihr für 6 A$ im General Store in Cheshunt (5 km von Whitfield entfernt).
  • Frauen können sich auch Handschuhe im Secondhandladen in Wangaratta für nur 0,50 Cent kaufen! Diese müssen aber mit Nylon sein, sonst leiern sie aus!
  • Günstige Arbeitskleidung findet ihr ebenfalls in den Secondhandläden (Salvation Army) in Wangaratta.
  • Wetter: von Feb. bis Mitte April hatte es nur 1 x geregnet. Die Sonne lacht jeden Tag und es ist tagsüber speziell im Feb./ März sehr heiß und die Nächte etwas kühler. Allerdings hat es die letzte Woche im April und die 1 Woche im Mai mehrmals geregnet und es ist deutlich kühler geworden. Die Nächte waren dann eiskalt und es gab sogar Frost.

TELEFONNUMMERN
Worktrainers Mansfield: (03) 57752800
Worktrainers Myrtleford: (03) 57521988

Tobacco3TIP
Arbeitet nicht für Marco Martinelli!
Freunde von uns haben dort schlechte Erfahrung gemacht!

Wenn ihr Schwierigkeiten mit der Jobsuche haben solltet, dann verbringt am besten ein paar Nächte auf dem Campground (Valley View) in Whitfield bei Berry und seiner Frau! Die beiden  sind super nett und helfen Euch gerne bei der Arbeitssuche und/ oder hängt eine Nachricht im General Store in Whitfield sowie in Cheshunt auf!
Am tollsten ist natürlich die Farm von Dario, wo es uns nicht nur super gut gefallen hat,  sondern wir auch noch eine Menge Spaß hatten! Die Familie ist einfach super lieb und es war für uns eine geniale Erfahrung, die wir nicht mehr missen wollten!!!!! Aber auch Rita und Peter (Darios Nachbarn) sind sehr nette Leute, bei denen die Arbeit auch Spaß gemacht hat.

VIEL GLÜCK
 

Nachtrag vom November 2006:
Ich habe gerade mit Dario und seiner Familie telefoniert.
Die australischen Zigarettenhersteller werden in Zukunft den Tabak aus anderen, billigeren Ländern beziehen und haben den australischen Tabakfarmern für 2 Jahre lang Geld angeboten.
In Australien wird also in der Zukunft kein Tabak mehr angebaut werden. Dario wird wahrscheinlich ganz auf Rinderzucht umstellen.
Bitte nicht mehr anrufen, denn er (bzw. auch die anderen Tabakfarmer) haben im Moment keine Jobs zu vergeben. Wenn sich in Zukunft neue Jobs ergeben sollten, werde ich es natürlich hier bekannt geben.
Dario war mit allen Backpackern, die sich durch Reisebine bei ihm gemeldet haben, sehr zufrieden gewesen und total froh, dass er jedes Jahr deutsche Backpacker für die Tabakernte hatte.
Die Telefonnummern der Worktrainers könnt ihr jedoch gerne nutzen. Vielleicht können die andere Jobs vermitteln, wie zum Beispiel Trauben oder auch Blaubeeren ernten.

Viele Grüße von eurer Daniela

 
© Copyright Text & Fotos Daniela Hoekstra