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Wie habe ich den Job bekommen? Ich habe im Internet nach Working Hostels in der Nähe von Bundaberg gesucht und bin dabei auf die Seite von SECLUDED SPRINGS gestoßen, die Arbeit vermittelt und auch für den Transport sorgt.
Die Arbeit:
Zuccinis ernten (picking): Ich bekomme ein Kartoffelschälmesser und einen Eimer in die Hand und eine Reihe zugewiesen. Alle Zuccinis, die spitz zulaufen, krumm gewachsen, zu groß oder schlecht sind, drehe ich ab und werfe sie aufs Feld. Alle Zuccinis, die größer als mein Messer und kleiner als der Durchmesser des 20l Eimers sind, werden abgeschnitten und in den Eimer gelegt. Wenn der Eimer voll ist, schreie ich laut übers Feld: "Bucket please" und schon kommt ein Bucket Boy angelaufen, der den vollen gegen einen leeren Eimer tauscht. Ist man mit seiner Reihe fertig, ist “back picking” angesagt, d. h. ich muss schauen, wer weiter zurück liegt, gehe ihm oder ihr entgegen und helfe beim pflücken. In der Regel liege ich aber weiter hinten.
Pflanzen (planting):
Beim Pflanzen setzen sich zwei hinter einen Traktor. Der Traktor macht maschinell beim Fahren Löcher in den Boden, in die wir dann die Setzlinge einsetzen müssen. Den Rhythmus hat man leicht raus und es ist längst nicht so anstrengend wie Zuccinipflücken. Verpasst man mal ein Loch, was bei unkrautbewucherten Feldern häufig vorkommt, ist es auch nicht schlimm. Für diesen Fall läuft eine dritte von uns hinterher und füllt die Löcher. Ermüdend wird es, wenn man Wassermelonen pflanzt. Da Wassermelonen für gewöhnlich sehr groß werden, wird nur in jedes dritte Loch eine eingesetzt. Über Stunden zählt man dann immer 1-2-3 ... 1-2-3 ... 1-2-3. Den Pflanzjob übernehmen immer sechs Mädels von Secluded Springs. Keine Männer und niemand aus anderen Unterkünften.
Unkraut jäten (weeding): Jeder bekommt eine Reihe zugewiesen und ruft alles raus, was keine Zuccinipflanze ist. Meist krabbelt man dabei von Pflanze zu Pflanze, weil sich das Aufstehen einfach nicht lohnt. Warum man übrigens erst pflanzt und dann das Unkraut jätet, ist mir ein Rätsel.
Plastikfolie entfernen (plastic removal): Vor dem ersten Pflanzen werden auf einem Feld Plastikfolien ausgelegt, damit die späteren Früchte nicht auf der schmutzigen Erde liegen und verrotten. Wird ein Feld nicht mehr bearbeitet, müssen wir die gesamte Plastikfolie aus der Erde ziehen und auf Haufen schmeißen. Auch die darunterliegenden Wasserschläuche werden aus der Erde gerissen und bis zu einem Ende des Feldes gezogen. Diese Arbeit geht dann zur Abwechslung mal auf die Arme und nicht auf den Rücken.
Bezahlung: Ich bekomme 14,50$ die Stunde. In der Woche verdiene ich zwischen 300 und 600$.
Wo kann man wohnen?
Unterkunft in “Secluded Springs Secluded Springs ist in Wahrheit ein etwas besserer Campingplatz als ein wirkliches Hostel. Wer hier wohnt, arbeitet auf dem Zuccini- oder Tomatenfeld und ist nicht zum Vergnügen hier. Es liegt mitten in der Pampa, zwischen Zuckerrohr- und Zuccinifeldern. (23km nach Childers, 32km nach Bundaberg). Bei meiner Ankunft am Mittwoch den 27. Juli lebten hier 18 junge Leute.
Sauberkeit kann man bei einer Arbeiterherberge kaum erwarten. Ich habe in den ersten drei Tage selbst für freie Unterkunft Küche, Duschen und Toiletten geputzt, weil ganz plötzlich aus der versprochenen Arbeit nichts wurde. Aber was glaubt ihr, wie es eine Stunde später aussah, nachdem achtzehn Dreckspatzen heimkamen? Schlafen tut man in einer so genanten Cabin, einer kleinen Hütte am See (zum Schwimmen leider nicht zu empfehlen), aber viele Schlafen auch in ihrem eigenen Wagen oder im Zelt. Die Küche ist gut organisiert. Jeder hat sein eigenes Geschirr, seine eigene Essenbox und sein Fach im Kühlschrank. Und wenn jeder gewissenhaft seinen Abwasch macht und im Garten keinen Müll hinterlässt, kochen unsere Gastgeber Sue und Glen uns einmal in der Woche auch etwas "Leckeres". Gekocht wird übrigens draußen auf Campinggaskochern, BBQ Grill oder abends direkt über dem Lagerfeuer. Die Leute hier sind wirklich ausnahmslos alle sehr nett, was die Zeit hier echt erleichtert. Außer Arbeit gibt es hier nicht wirklich viel zu tun. In die Stadt fahren wir nur einmal in der Woche zum Einkaufen.
Webseite: http://www.secludedsprings.com.au
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Fazit: Ich bin nun seit drei Wochen hier und eigentlich habe ich mein Soll erfüllt und könnte weiterreisen. Fragt sich eigentlich nur, warum ich immer noch in Secluded Springs bin. Ist es das Geld? Oder die Tage, die ich für das zweite Visum brauche? Oder die netten Leute um einen herum? Denn ehrlich gesagt ist es hier nicht sehr berauschend. Die Arbeit hasse ich, auch wenn es längst nicht mehr so schmerzt wie zu Beginn und die Kratzer und blauen Flecken kaum der Rede wert sind. Das Camp liegt in der Einöde und wir sind schon froh, wenn wir warmes Wasser zum Duschen haben und nicht erst mit dem Eimer zum See laufen müssen, um den Spülkasten im Klo zu füllen. Alles was für andere Leute selbstverständlich ist, wie z. B. warmes Wasser aus der Leitung oder die Toilette im Haus, gibt es hier nicht. Es ist also kein Wunder, wenn hier jeder Neuling mit "Welcome to hell - Willkommen in der Hölle" begrüßt wird.
Ich werde hier wahrscheinlich noch bis zum 11 September bleiben. In den nächsten Wochen werden wir häufig pflanzen. Der Job ist wesentlich einfacher von der körperlichen Anstrengung und bringt ebenso viel Geld. Klar das wir uns das nicht entgehen lassen wollten. Wäre doch blöd, kurz vorher abzureisen und dann wieder neu auf Jobsuche zu gehen.
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