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Ankunft am Flughafen Wer wie ich noch nie um den halben Globus geflogen ist, wundert sich zunächst einmal, dass ein Flug von Deutschland nach Australien so anstrengend und wenig erholsam sein kann. So kam ich, ziemlich übermüdet und durstig, am Flughafen von Sydney an. Keine Wunder, dass dann ein junger Mann, der ein Schild mit meinem Namen hochhielt, mir ein sehr beruhigendes und gutes Gefühl vermittelte. Arthur, ebenfalls ein deutscher Backpacker, arbeitete für das Hostel, in dem ich die nächsten sechs Tage verbringen sollte. Kurz nach mir gesellte sich noch ein französischsprachiger Belgier zu uns. Zu dritt warteten wir auf drei weitere Neuankömmlinge, die allerdings auch nach längerer Wartezeit nicht auftauchten. So wurde beschlossen zum Auto zu gehen, das uns ins Hostel bringen sollte.
Auf dem Parkplatz wartete eine Überraschung auf uns. Arthur brauchte eine weitere halbe Stunde, um mit einem Parkwächter zu klären, wieso der Kleinbus mit dem wir abfahren wollten, keine Parkplakette hatte. Während noch über Parktickets diskutiert wurde, tauchte eine der noch fehlenden Teilnehmerinnen auf. Unsere Warterei hatte sich für sie als glücklicher Umstand entpuppt. Auch sie kam aus Belgien. Zusammen ging es nun Richtung Innenstadt.
Arthur fragte uns, ob wir kurz am Sydney Opera House vorbeischauen wollten. Einen ersten Blick auf „das“ Wahrzeichen Sydneys zu werfen wollte sich natürlich keiner entgehen lassen. Vermutlich, weil jeder im Bus es nach einem stundenlangem Flug noch nicht wirklich fassen konnte, jetzt tatsächlich in Down Under zu sein und der Anblick dieses weltberühmten Gebäudes das Ganze etwas realer erschienen lies. Nun gab es keinen Zweifel mehr ... ich war in Australien!
Ankunft im Hostel Etwas müde aber glücklich kamen wir schließlich bei unserer Unterkunft an. Das G’Day Backpacker Hostel ist in einem dieser hübschen, alten Sydneyer Terrace Houses im viktorianischen Stil untergebracht. Schmiedeeiserne Geländer, hohe Decken. Es liegt im Stadtteil Wooloomooloo, nur einen kurzen Fußweg von der Innenstadt entfernt.
Jenny, eine sehr hilfsbereite, deutsche Praktikantin des Hostels begrüßte uns sofort und überreichte zunächst ein Willkommens- Paket. Nützlicher Inhalt: eine 10 $ Telefonkarte, eine Vodafone Karte, eine 3-Stunden-Internetkarte, einen Wochenplan, die Handynummer von Dave (dem Gruppenleiter) für Notfälle, einen Gutscheinblock, ein Blatt mit: “Usefull informations and safety Tips” sowie einen Stadtplan.
Mein Zimmer wurde zu diesem Zeitpunkt noch geputzt, daher nutzte ich die 2 Sunden, die mir plötzlich zur Verfügung standen, um mich mit dem Hostel etwas vertraut zu machen und mich umzusehen. Obwohl es von außen eher unscheinbar wirkte, war es innen doch sehr gemütlich. Die geräumige Rezeption ist der Haupttreffpunkt der Hostels. Dort finden sich fünf internetfähige Computer und Infomaterial für Touren und Ausflüge. Direkt dahinter geht es in den teilweise überdachten Innenhof. Für Sydneyer Innenstadtverhältnisse sogar recht groß und durch die Bäume auch gemütlich. Hier befinden sich, neben verschiedenen Sitzgruppen, auch die Waschmaschinen und Trockner. Gleich nebenan ist die ausreichend große Küche, ausgestattet mit allen notwendigen Elektrogeräten, daran anschließend liegt ein Fernsehzimmer. Daneben der Raum mit Billardtisch und Schließfächern, der könnte allerdings mal wieder eine Renovierung vertragen.
Die Gästezimmer unterscheiden sich stark voneinander und sind über drei Stockwerke verteilt. Es gibt 2 – 8-Bett Zimmer. Der Raum in dem ich die ersten 6 Tage untergebracht war, liegt unterm Dach, ist sehr geräumig und hat Einzelbetten. Das zweite Zimmer, in das ich nach meinem 6 Tage-Backpacker-Package umziehen musste, hatte nur Doppelstockbetten und war doch recht klein, verfügte dafür aber über einen Balkon. Alle Zimmer haben einen eigenen Kühlschrank, von denen während meines Aufenthaltes allerdings ein geschätztes Drittel nicht funktionierte. Im ersten Stock befindet sich ein Telefon, das leider auch am Tag meiner Ankunft den Geist aufgab. Auf jedem Stockwerk gibt es saubere Toiletten und Duschen.
Der erste Tag: Perfekt! Nach diesem Rundgang und ersten Orientierung konnte ich mein Zimmer beziehen. Der Anblick des einladenden Bettes lies mich nicht lange zögern. Kaum lag ich auf dem, was die nächsten Tage mein Nachtlager sein würde, da war ich auch schon eingeschlafen und zum ersten Mal träumte ich auf der Südhalbkugel der Erde.
Urplötzlich wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Die Belgierin vom Flughafen hatte mich geweckt. Inzwischen war es dunkel geworden und beinahe hätte ich meinen ersten Abend und damit das Aussie Barbecue „BBQ“ verschlafen. Schnell fertig gemacht und ab ins “Woodduck Inn”, ein benachbartes Hostel, das zum G´Day gehört. Dort auf dem Dach findet das BBQ statt. Ein ausgesprochen gut gewählter Platz, denn von hier hat man eine wunderbare Aussicht über die Strassen von Sydney. Wir (die Belgierin und ich) hatten Glück und sahen trotz unserer Verspätung noch das Ende einer Aborigenie-Tanz Performance und gönnten uns ein Stück Kängurufleisch. Auf die darauf folgende Kneipentour (Pub-Crawl) habe ich allerdings zugunsten weiteren und dringend notwenigen Schlafes verzichtet.
Der zweite Tag: Nicht nur die erste, sondern eigentlich alle morgendlichen Mahlzeiten (Frühstück zwischen 8:00 und 10:00 Uhr) fielen etwas spärlich aus. Allerdings scheint das zu meinem persönlichen Leidwesen nichts Ungewöhnliches im australischen Backpackerleben zu sein. Es gibt Cornflakes, Toast, Nutella und Peanutbutter. Leider waren hiervon meist zwei Sachen nicht vorhanden oder schon alle, wenn ich am Frühstücksbüffet in der Küche erschien.
Mein zweiter Tag war für mich der erste Gemeinschaftstag mit allen anderen aus meiner Gruppe und sollte unser “Orientation Day” werden.
Um angenehme 10.30 Uhr habe ich alle anderen Teilnehmer meiner Gruppe zum ersten Mal kennen gelernt. Sie setzte sich aus einem Engländer, zwei Schwedinnen, zehn französischsprachigen Belgiern und mir als einziger Deutschen zusammen. Das Alter lag zwischen 22 und 24 Jahren, allerdings eher etwas untypisch, da die Gruppen sich sonst meist aus Teilnehmer zwischen 18 und ca. 26 zusammensetzen. In der nachfolgenden Gruppe waren nur fünf Personen, alle aus verschiednen europäischen Ländern. Generell umfassen die “Startergruppen” höchstens 19 Personen.
Es begann damit, dass Dave, unser Gruppenleiter, sich und den Ablauf des Tages vorstellte. Gleich im Anschluss wurde das zweite Packet, welches wir erhalten hatten, durchgegangen. Es enthielt: Infos über WWOOF (Willing workers on organic farms), eine VIP Mitgliedskarte (Rabattkarte von VIP Backpackers), eine Mitgliedschaft in einer Job-Vermittlungs-Agentur (die wir später aufgesucht haben), Infos und Adressen zur Jobsuche und ein Infoblatt zum Steuersystem, zum Autokauf usw. sowie 2 Gutscheine für Übernachtungen in Melbourne und Coffs Harbour. Um die Steuernummer zu beantragen, mussten wir nur einen winzigen Zettel ausfüllen.
Im Anschluss an den Papierkram machten wir uns zu einem Autohaus auf, welches Dave für den Fall, dass jemand ein Auto kaufen wollte, empfahl. Direkt danach ging es zur Bank, wo ein Konto eröffnet werden sollte. Vermutlich wegen Kommunikationsproblemen innerhalb der Bank waren unsere Konten jedoch noch nicht vorbereitet. Schnell wurde umgeplant und wir machten uns auf den Weg zum Mittagessen. Als wir zurückkamen, war auch die Bank soweit und alles hatte sich geregelt. Den Rest des Nachmittages hatten wir zur freien Verfügung, was von jedem Teilnehmer unterschiedlich genutzt wurde. Die meisten jedoch machten sich zum Shoppen auf.
Der dritte Tag: Am Samstag war der Surftrip für meine und die vorherige Gruppe, geplant. Obwohl es regnete, machten wir uns auf den Weg zum Strand, was, wie sich später heraus stellen sollte, optimales Surfwetter war.
Leider wurde im Hostel wohl irgendetwas durcheinander gebracht, denn man hatte vergessen, ein paar Teilnehmer auf die Liste zu setzen. So musste eine Person im Bus stehen. Eigentlich amüsant, denn der Busfahrer weigerte sich loszufahren, solange es sich bei dieser Person um eine Frau handelte. Also wurde getauscht und ein junger Mann musste stehen.
Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit erreichten wir den Strand. Überraschenderweise war der Busfahrer auch gleichzeitig einer unser Surflehrer. Seine zwei Kollegen erwarteten uns bereits. Ohne langes Vorgeplänkel ging es gleich los mit einer Einführung, dem Aufwärmen, einem Board und Anzug aussuchen und den ersten Surfversuchen.
Hunger, hauptsächlich aber der Durst trieb uns zum leckeren und frischen Mittagessen. Wer wollte konnte anschließend weitersurfen. Gegen 17:00 Uhr verließen wir zusammen den Beach. Manche aufgedreht, andere völlig ausgepowert, aber alle waren nach diesem sportlichen Nachmittag „Happy“.
Auf dem Rückweg kreuzte ein Vogel mit gebrochenem Flügel unseren Weg. Die Mädels, besonders die naturliebenden Schwedinnen, waren darüber so traurig, dass der Surflehrer wendete, wir in einer Gemeinschaftsaktion den Vogel fingen und bei einem Tierarzt ablieferten.
Der vierte Tag: Der Ausflug in die Blue Mountains begann schon um 7:45 Uhr. Der sehr frühen morgendlichen Uhrzeit wurde jedoch von keinem unserer Gruppe mangels jeglichen Zeitgefühls irgendeine Beachtung geschenkt.
Diese Tour machte unserer Gruppe alleine. Das besondere an diesem Tag war der urige Tourgide Jim. Die Fahrt sollte eigentlich nur 2 Stunden dauern. Kurz entschlossen sind wir aber noch über das Olympiagelände gefahren, danach zum Essenkauf und zu verschiedenen Aussichtspunkten. Die Wanderung selber dauerte nur zwei Stunden, in denen wir alle zu Jim-Fans wurden. Er versuchte uns zum Jodeln zu bringen und erzählte nicht nur interessante Aborigeniegeschichten, sondern auch jede Menge dreckiger Witze. Auf dem Rückweg fuhren wir noch kurz durch verschiedene Nationalparks, bis wir schließlich unsere ersten Kängurus zu Gesicht bekommen hatten. Gegen 17:00 Uhr lieferte Jim uns wieder im Hostel ab.
Der fünfte Tag: An diesem Montag war eigentlich ein Ausflug zum Bondi Beach geplant, musste jedoch wegen des sehr schlechten Wetters auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Allzu traurig war ich darüber nicht, denn meine Muskeln hatten noch immer einen Restkater vom letzten Surfausflug. Der Trip wurde später nachgeholt, als meine erste Woche leider schon rum war. Auch das geplante Aussie BBQ auf dem Dach des „Woodduck Inn“ wurde wegen des Wetters kurzerhand in ein Group-Dinner in einem Pub umgewandelt.
Am vorletzten Tag des Starter-Package hatte sich das Wetter zum Besseren gewandelt, so dass die geplante „Harbour Cruise“ stattfinden konnte. Während dieser Hafentour wurde unsere Gruppe von den neuen „Startern“ begleitet. Dave führte uns durch den wunderschönen Palmengarten und geizte bei dem Rundgang auch nicht damit, einige Geschichten über dies und jenes zu erzählen. Es ging bis zum berühmten Opera House. Im daneben gelegenen Hafen gingen wir an Bord der Fähre, die uns durch Windböen hindurch zu verschiedenen Inseln brachte. Bei Watsons Bay ging es schließlich an Land, wo wir erst unser Picknick, dann den (endlich mal sonnigen und warmen) Strand und anschließend einen Spaziergang genießen konnten. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder in Darling Harbour, wo sich unsere Gruppen trennten.
Am Abend traf man sich zur „Wine and Cheese Nigth“, was als Infoabend angekündigt wurde. Natürlich gab es Wein (für den, der kein Wein mag alternativ auch Bier) sowie Chips und Käsestückchen zum naschen. Die Informationen bestanden allerdings aus der Vorstellung von Anbietern zu einem Surfkurs und einer Tour ins Outback.
Der sechste Tag: Am letzten, offiziellen Tag des Starter Packetes widmete ich meine Zeit der Ordnung meines Papierkrams wie z. B. dem Lebenslauf. Dave, immer sehr hilfsbereit und auch zuständig für die Jobvermittlung bot uns dafür immer seine Hilfe an. Auch meine Unterlagen las er sich durch und sagte, dass sie soweit okay seien. So gab es keine von mir erhoffte Verbesserung meiner Papiere. Dave konzentriert sich vor allem auf das Raussuchen von Job- Angeboten.
Am Abend trafen sich dann alle Teilnehmer zum Aussie BBQ, das einige Tage vorher verschoben worden war. Endlich konnte ich die ganze Show sehen, die neben dem Freibier etwas an Attraktivität verloren hatte. Dennoch war es ein wirklich schöner, geselliger Abend und wunderbarer Abschluss der 6 Tage.
Mir wurde urplötzlich bewusst, dass mein Starterpacket nun zu Ende ist. Die Woche verging rasend schnell und war plötzlich und ohne Abschied einfach vorbei. Diese Woche war anstrengend und aufregend neu. Ich glaube jeder Anfang ist schwer... doch hier wird es einem ein wenig erleichtert. Eine Woche, die ich nicht missen möchte.
Mein Fazit: Ein schöner und beruhigender Einstieg in eine zuerst völlig fremde Welt auf der anderen Seite des Globus, weit weg von allem, was man bisher kannte. Man wird freundlich schon am Flughafen in Empfang genommen und durch das Personal im Hostel, das aus allen Teilen Europas kommt, findet eigentlich jeder hier einen Ansprechpartner, der seine Muttersprache spricht. Auch wenn nicht immer alles so perfekt organisiert ist wie man das aus Deutschland kennt, so haben die Angestellten hier trotzdem alles im Griff und auch kurzfristige Änderungen geregelt bekommen…. eben der „Aussie way of life“. Man wird über die wichtigsten Sachen gut informiert und kann immer fragen, wenn etwas nicht ganz klar ist. Man fühlt sich nicht alleine und bekommt sehr schnell Kontakt. Etwas weniger Werbung wäre nicht schlecht, aber so etwas gehört wohl dazu.
Für den Backpacker, der lieber alles selbst organisieren und auf jeden Cent achten möchte oder muss, ist das Starter Package sicherlich nichts. Wer aber die ersten Tage lieber etwas entspannter angehen und den Beginn des „Work & Travel“- Abenteuers nicht allein, sondern mit anderen Backpackern teilen möchte, für den könnte das Starter Package genau das richtige sein.
Plus-Punkte:
- Ankunft: Abholung und gutes Gefühl, wenn man persönlich empfangen wird.
- Dave: sehr guter Ansprechpartner und immer erreichbar (Handynummer), macht auch klare Ansagen (gute Einführung)
- Personal: Immer und bei allen Gelegenheiten (Touren, Ausflüge, Bank usw.) genügend Personal, auch in der Muttersprache.
- Touren: Gute Auswahl an Touren und Guides (Jim, Surflehrer)
- Hostel: Ist gemütlich und bietet viele gemeinsame Unternehmungen an (gemeinsames Essen oder Pub-Touren)
- Flexibilität: Es wird schnell umgeplant, wenn z. B. das Wetter nicht mitspielt.
- Package: Auch nach Ende des Starter Package ist das Hostel durch die Postadresse für das ganze Jahr Anlaufstelle bei Problemen. Dave ist auch noch nach den Package-Tagen erreich- und ansprechbar.
- Job-e-mail: Ca. einmal pro Woche erhält man eine Rundmail mit Jobangeboten in den großen Städten.
- Superannuation: Worauf man achten muss, auch bei Eröffnung des Bankkontos
Minus-Punkte:
- Organisation: Organisatorisch gab es manchmal Probleme, auch wenn sie meist schnell behoben wurden (Teilnehmer vergessen, Parkplakette usw.)
- Die Gruppen: Auf die Zusammensetzung der Gruppen wird nicht geachtet. Da in meiner Gruppe überwiegend französisch sprechende Belgier waren, konnte ich mich nur mit einem Engländer unterhalten.
- Essen: Etwas „dünnes“ Frühstück.
- Werbung: etwas viel Werbung für andere Dienstleistungen während verschiedener Veranstaltungen (Autokauf, Outback Tour, Surfkurs)
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