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Eigentlich hatte ich nicht geplant, einen Trip zu Australiens größtem Symbol, dem Ayers Rock zu machen. Meine Reiseroute hätte mich von Brisbane die Ostküste hinauf und über Cairns nach Darwin geführt, von wo ich dann wieder nach Sydney geflogen wäre. Aber wie das auf Reisen nun mal so ist, ändern sich Pläne ständig. So bin ich von Sydney aus zuerst nach Perth geflogen, wo ich einen netten Engländer kennen gelernt habe. Der kam gerade aus dem "Red Centre" zurück und war total begeistert. Er meinte, der Ayers Rock (oder "Uluru", wie er in der Sprache der Aboriginals heißt) wäre eines seiner besten Erlebnisse in Australien gewesen. Und nachdem er mir auch noch seine Fotos gezeigt hatte, stand für mich fest: DA MUSS ICH HIN!
Ich muss zugeben, ich bin oft schlecht darin, Entschei- dungen zu treffen. Da ich nach 2 Wochen Perth nicht sicher war, in welche Richtung es weitergehen sollte, kam mir Marcs begeisterter Bericht von Ayers Rock gerade recht. Ich buchte noch am selben Abend einen Flug von Perth nach Alice Springs (mit QANTAS 240$). Doch Vorsicht! Einige Leute denken, Alice Springs = Ayers Rock, aber dem ist nicht so! Von Alice ist es noch eine Fahrt von gut 4-5 Stunden zum Ayers Rock! Wer also nur begrenzt Zeit hat und wirklich nur die Highlights des Red Centre sehen möchte, sollte evtl. einen Flug direkt zum Ayers Rock (Flughafen: Yulara) in Erwägung ziehen. Ich persönlich hatte genügend Zeit und wollte mir außerdem die Atmosphäre in Alice Springs, einer echten Wüstenstadt, nicht entgehen lassen. Ich hatte zuvor schon von einigen Leuten gehört, dass man Alice Springs wenigstens für einen Tag erlebt haben muss.
Und sie hatten Recht: Alice ist einfach komplett anders als die Orte, die ich bisher in Australien gesehen hatte. Alice ist eine Wüstenstadt, bis zu 1500 km in jede Richtung gibt es nichts außer rotem Sand! Trotzdem kann man shoppen, in Pubs gehen und gigantische Sonnenuntergänge erleben. Es gibt einige “Aboriginal Art Galleries”, Shops, in denen man handgefertigte Souvenirs kaufen kann und wer wirklich Interesse an der Kultur der Aboriginals hat, sollte sich auf keinen Fall das "Alice Springs Cultural Precinct" entgehen lassen, das ca. 1 km außerhalb der Stadt liegt. Das “Cultural Precinct” beherbergt Art Galleries und Museen und man kann einiges über die Kultur der Aboriginal People erfahren. Die ca. 13 $ Eintritt haben sich gelohnt!
Für mich ging es darum, wie ich am besten zum Ayers Rock komme und so viel wie möglich dort erleben und sehen kann. Eine Freundin hatte mir den Tipp gegeben, einen Trip mit "MULGA TOURS" zu machen. Mulga Tours wird vom Annie's Place Hostel betrieben, d. h. man kann, sollte man sich entscheiden, diese Tour zu machen, schon beim Einchecken im Hostel abklären, ob für den gewünschten Termin noch ein Platz im Bus frei ist. Man kann natürlich auch an der Tour teilnehmen, wenn man nicht in "Annie's Place" wohnt. Es gibt von Alice Springs aus zig Tourangebote zum Uluru, die Auswahl ist riesig und natürlich unterscheiden sich die einzelnen Angebote oft in Preis und Leistung, so dass es anfangs schwierig erscheint, das Passende herauszusuchen. Wichtig dabei ist die Frage, was man erwartet.
- Möchte man campen oder lieber in einem Hostel oder gar Hotel unterkommen?
- Möchte man viel laufen oder lieber die Highlights vom Bus aus sehen?
- Wieviel möchte man ausgeben?
- Wie lange möchte man eine Tour machen?
Die meisten Unternehmen bieten 2-3-Tagestouren an, die oft Camping, Transport, Essen und die Highlights (Uluru, die Olgas und Kings Canyon) beinhalten. Es ist auch möglich, das Ganze mit dem eigenen Auto oder Mietwagen selbst zu machen, anstatt sich einer Tour anzuschließen. Es gibt am Kings Canyon ein Hostel (das allerdings im Vergleich zu anderen Hostel recht teuer ist), und auch Campingplätze. Kings Canyon und Uluru mit den Olgas liegen in zwei Nationalparks, jedoch muss man für den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark "Eintritt" bezahlen. Für mich war klar, dass ich eine Tour mitmachen würde, da ich 1. kein Auto bzw., keine Mitfahrgelegenheit hatte, 2. den heißen Tipp meiner Freundin bekommen hatte, die MULGA TOUR zu machen und ich 3. mit einer Tour nichts extra organisieren muss. Man zahlt einfach und es ist für alles gesorgt. Außerdem lernt man auf Touren ja auch immer neue Leute kennen. Mir war wichtig, dass unsere Gruppe nicht allzu groß ist und es keine "versteckten" Kosten gibt (z. B. für Essen, Eintritts- gelder etc.). MULGA TOURS hat mich exakt 295$ gekostet, was im Vergleich zu ähnlichen Touren sehr günstig ist. Wir waren genau 20 Leute und die 295$ waren der endgültige Preis, all inklusive, d. h. eine 3 Tage/2 Nächte-Tour, Eintrittsgelder, Essen, Transport, Campingausstattung. Nur den Schlafsack musste man extra bezahlen, (10-20 $) sofern man keinen eigenen hat. Am Tag zuvor wurde uns erklärt, was wir mitbringen sollten.
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TIPP: Nie, nie niemals vergessen: Wenigstens eine dicke Jacke oder Fleece oder warmen Pullover mitnehmen. Die Nächte im Winter in der Wüste können bitterkalt werden!
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Das Prinzip lautete: So wenig aber so funktionell wie möglich!
- Ein paar gute und vor allem bequeme (Wander-) schuhe sind ebenfalls wichtig, weil man relativ viel läuft.
- Sonnencreme und Kopfbedeckung.
- Kleiner Tipp von mir: Kauft euch so ein Fliegennetz, das man sich über den Kopf stülpen kann. Sieht zwar komisch aus, aber man lernt es zu schätzen, sobald man in der Wüste ankommt: Die Fliegen dort sind unerträglich und nervig!
- Auch Insektenspray oder - Lotion kann nicht schaden!
Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es los. Alle waren noch recht müde. Wir sind in den Bus gestiegen und kurz darauf wieder eingeschlafen. Einige Zeit später hat uns unser Guide Deen geweckt, indem er uns durchs Mikro erstmal erklärte, was auf unserer Tour so passieren wird und wie die Abläufe sind. Dann gab es Sandwichs (sehr lecker, auch für Vegetarier ist was Passendes dabei!), so dass wir nach einer knapp fünfstündigen Fahrt frisch gestärkt an unserem ersten Ziel ankamen:
Watarrka National Park, mit dem berühmten Kings Canyon! Es gibt drei verschiedene Walks, die man unternehmen kann, und die sich in Länge und "Schwierigkeitsgrad" unterscheiden. Unser Guide wollte wissen, ob Leute in der Gruppe sind, die sich den längsten (und schönsten) Walk, den Kings Canyon Walk nicht zutrauen, aber alle fühlten sich fit genug, so dass wir gemeinsam losliefen. Der “Kings Canyon Walk” dauert ca. 3 Stunden, ist 6 km lang und ich kann nur sagen: Der Weg hat sich gelohnt: So etwas muss man gesehen haben! Die Aussicht war einfach gigantisch! Nebenbei sei gesagt, dass ich wirklich keine Sportskanone bin, den Walk aber trotzdem nicht als besonders anstrengend empfunden habe. Es ist nur am Anfang etwas steil, da kommt man schon kurz ins Schwitzen, aber das war’s dann auch!
Für Essen ist immer gesorgt, da braucht man sich keine Sorgen machen. Es gab immer wieder Sandwichs, Snacks... Geschlafen haben wir in so genannten "Swags". Das sind größere Schlafsäcke aus sehr robustem Material, mit einer Matratze drin. Da steckt man den eigentlichen Schlafsack rein. Den Swag dann bis über den Kopf ziehen, er schützt vor Wind und Schmutz. Wir hatten keine Zelte, sondern haben unter einem Wahnsinns-Sternenhimmel geschlafen. Alle lagen müde und zufrieden um das Lagerfeuer, auf dem unser Guide und wir zuvor noch unser Abendessen zubereitet hatten. Sehr lecker, auch an die Vegetarier wurde immer gedacht!
Ganz früh am nächsten Morgen ging es weiter, und zwar an einen Aussichtspunkt, von wo aus wir den Sonnenaufgang über dem Uluru und gleichzeitig den Olgas bestaunen konnten. Es war zwar noch bitterkalt an diesem Morgen, aber gut eingepackt mit warmen Pullovern und teilweise unseren Schlafsäcken über den Schultern war das kein Problem! Es war eine bezaubernde Atmosphäre, die mich fast umgehauen hat! Danach gab es Frühstück auf dem Parkplatz unterhalb des Aussichtspunkts, das uns Deen zubereitet hatte. Mmh, das tat gut, Kaffee und Tee zum aufwärmen! Außerdem gab es Müsli, Joghurt, Früchte, Toast ... Wie gesagt, für Essen war immer gesorgt!
Weiter ging es zu den Olgas. Es war genau die richtige Zeit am Morgen: noch nicht zu warm! Die Olgas sind mindestens genauso beeindruckend wie der Uluru, was ich vorher nicht wusste, und daher um so mehr positiv überrascht war. Durch die Olgas gibt es ebenfalls verschiedene Walks. Deen ging mit uns den einfacheren Walk, der ca. 1 ½ Stunden dauerte. Ab da konnte jeder selbst entscheiden, ob er/sie noch weiter den letzen Abschnitt gehen wollte oder nicht. Ich habe es gemacht und es war gigantisch. Man läuft einmal komplett um die Olgas herum. Die Landschaft ist so speziell, so einmalig, ich kann nur jedem empfehlen, den ganzen Walk zu machen! Dazu muss ich noch anmerken, dass auch dieses mal die Strecke kein Problem war - sogar für mich als Nicht-Sportlerin!
Nach unserem Walk um die Olgas ging es weiter zum Uluru, d. h. wir haben dort zuerst das "Cultural Centre" besucht, was meiner Meinung nach ein absolutes Muss ist! Man lernt dort einiges über den Uluru, dessen Bedeutung für die Aboriginal People und deren Kultur. Ich fand es super, dass wir dort waren, bevor wir uns den Uluru von nahem angeschaut haben! Ausserdem gibt es dort Art Galleries und genügend Möglichkeiten, handgefertigte Produkte der Aboriginal People zu erwerben. Diese scheinen vielleicht auf den ersten Blick etwas teurer, aber mir wurde gesagt, dass die Einnahmen aus den Verkäufen dieser Waren an die jeweiligen Aboriginal Kommunen gehen, also nicht irgendeine Fabrik in China oder sonst wo Profit damit macht! Von daher war es mir das Geld wert. Ich konnte nicht gehen, ohne wenigstens eine handgefertigte Postkarte zu erwerben.
Nach unserem Besuch im Cultural Centre war es bereits später Nachmittag. Wir fuhren kurz an die Basis des Uluru ... und ich kann euch sagen: Da bleibt einem der Mund offen stehen. Zumindest ging es mir so! Ich habe den Uluru schon so oft im TV und in Büchern gesehen, aber wenn man dann wirklich davor steht ... unglaublich! Dieser Berg ist soooo riesig, das erkennt man wirklich erst, wenn man dort ist! Deen hat uns einige Dinge über den Uluru erzählt, während wir einen kurzen Spaziergang am Fusse des "Berges" machten. So wurde uns z. B. auch gesagt, dass der Uluru ein absolutes Heiligtum für die Aboriginals hier ist, und sie die Besucher darum bitten, Uluru nicht zu besteigen. Da ich mich vor meiner Reise in Deutschland natürlich schon etwas über Australien informiert hatte, wusste ich das schon und es stand von Anfang an für mich fest, dass ich diese Bitte und die Religion der Menschen dort respektieren werde.
Wir fuhren zu einem nahe gelegenen Parkplatz, wo wir tatsächlich unser Abendessen während des Sonnenuntergangs und mit Blick auf den Uluru genießen konnten. Die Atmosphäre war mindestens genauso beeindruckend wie am Morgen der Sonnenaufgang. Die Farben des Uluru ändern sich ständig, ich kann die Fotos, die ich dort gemacht habe, nicht mehr zählen, aber das war eines der besten Erlebnisse, die ich in Australien hatte. Plötzlich waren alle ganz still und es war fast schon mystisch, dieses Spektakel zu beobachten! Nach dem Abendessen ging es wieder zu unserem Nachtlager.
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Am nächsten Morgen war wieder frühes Aufstehen angesagt, denn heute war es endlich soweit: Darauf hatte ich mich am meisten gefreut: Wir durften den Uluru komplett sehen, d. h. wir sind einmal um den Berg herumgelaufen. Der Walk ist knapp 10 km (!!!) lang (das muss man sich mal geben: Nur um die Base herum sind es schon 10 km!! Waaahnsinn!). Je nachdem , wie schnell oder langsam man läuft, braucht man 1-1 ½ Stunden. Da der Weg eben ist, braucht man keine Wanderschuhe. Ich hatte zwar welche an, es ist ja immer staubig und sandig, aber viele von uns sind mit ihren Flip Flops gelaufen und hatten keinerlei Probleme. Auf mehreren Schildern am Uluru bitten die Aboriginal People noch einmal darum, nicht auf den Berg zu klettern. Es gibt zwar immer noch einen Treck mit einer Art "Leine", an der man sich festhalten kann, aber 1. ist dieser Marsch sehr steil und nicht ganz Ohne, und 2. hat es (für mich persönlich) etwas mit Respekt zu tun, dass man es einfach nicht macht. Alle aus unserer Gruppe waren sich einig, dass wir nicht hinaufklettern würden. Deen hatte uns jedoch vorher die Möglichkeit gegeben und gefragt, wer es machen möchte. Außerdem gibt es rund um den Uluru so genannte "sacred places", d.h. heilige Orte, an denen man gebeten wird, keine Fotos von der jeweiligen Stelle am Berg zu machen! Ansonsten hat man jede Menge Möglichkeiten, den Uluru von allen Seiten zu fotografieren und ich kann euch sagen, er sah auch von unten und an jeder Stelle einfach gigantisch aus!
Nach unserer “Umrundung” ging es wieder Richtung Alice Springs, noch einmal ca. 4 ½ Stunden. Staubig, schwitzig, müde aber super-zufrieden und glücklich kamen wir in Alice an und hatten für den restlichen Abend alle ein Grinsen im Gesicht. Dieses Erlebnis kann uns keiner mehr nehmen!
An alle, die noch Grübeln, ob sie noch zum Uluru sollen oder nicht: Ich kann es nur empfehlen, ich werde diese Atmosphäre, die Farben, diese Mystik an diesem ganz speziellen Ort in Australien niemals vergessen!!!
Viel Spaß dabei wünscht euch Natalie
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