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Schon die Auswahl aus einem der tausend verschiedenen Angebote war ein Abenteuer! Ich habe mir einen Tag vorher direkt vor Ort in Airlie Beach viel Zeit genommen und mich in unterschiedlichen Reisebüros ausführlich beraten lassen.
Die Preise für einen 3-Tages-Segeltrip inklusive 2 Übernachtungen an Bord fangen bei 360 A$ an, nach oben hin sind keinerlei Grenzen gesetzt! Man muss gewaltig aufpassen, nicht bei den Tourtagen an Bord übers Ohr gehauen zu werden. So gab es zum Beispiel Firmen, die mit 3 vollen Tagen warben, letztendlich wurde man aber am ersten Tag erst um 17 Uhr abgeholt und am letzten Tag schon um 11.00 Uhr wieder abgesetzt! Auch sollte man sich vorher im Klaren sein, ob man lieber ein kleineres, privates Boot (ca. 50 feet) mit eher geringen Personen an Bord oder ein größeres Schiff (ca. 80-100 feet) mit einer großen Truppe bevorzugt. Ebenso ob man ein bisschen mitsegeln möchte und ob Landgänge und Schnorcheln inklusive sind.
Ein Reisebüro ging bei mir innerhalb von 5 Minuten 100 A$ mit dem Preis runter! (Von 480 A$ auf 380 A$). Letztendlich entschied ich mich für die “Great Eagle”, ein 50 feet großes, privatgeführtes Boot mit maximal 12 Personen an Bord und 3 vollen Tagen (Freitag auf Sonntag) für einen Lastminutepreis von 280 A$!
Am 3.10.2003 um 9.00 Uhr ging es los. Mit dem Reisebüro machte ich noch folgenden Deal: sie lagerten für mich kostenlos meinen großen Rucksack ein. Ebenso hatte ich die Möglichkeit, die Nacht nach meiner Rückkehr für nur 6 A$ im Koala Resort zu übernachten!
Man traf sich am Marina Point von Airlie Beach, ca. 10 Minuten Fußweg vom “Stadtzentrum” entfernt. Nach kurzer Registrierung zogen wir alle unsere Schuhe aus und zahlten 15 A$ für unsere geliehenen Swim-Suites, da der Stinger (giftige Quallenart) dieses Jahr früher sein Unwesen in den Gewässern um die Whitsunday Islands treiben solle. Dann ging es endlich an Bord. Mein erster Eindruck war sehr gut, das Boot war sauber und schien in einem guten Allgemeinzustand zu sein.
John, der Skipper und Rob, der Koch und das helfende Händchen sind beide 47 Jahre alt. Sie wirkten für ihr Alter sehr verbraucht, die ständige Einwirkung der Sonne und die salzige Meeresluft hatten ihre Spuren bei den beiden Seeleuten hinterlassen. Wir bekamen eine kurze Security-Einweisung von Rob und dann stachen wir, erst einmal ohne Segel, in See.
Mit an Bord waren 4 Kanadier, 3 weitere deutsche Mädels, 2 Belgier und eine Japanerin. Außer einem pensionierten, kanadischen Ehepaar waren alle Passagiere zwischen 19 und 26 Jahren alt!
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meine Kabine
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die Kombüse
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die “Klo/Dusch-Kombi”
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Sitzecke unter Deck
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Meine Kabine auf dem Schiff war winzig! Ich teilte sie mit Kumi, der Japanerin. Der Platz reichte gerade, um sich darin umzudrehen, die Betten waren übereinander angeordnet. Das Klo, das gleichzeitig als Dusche genutzt werden konnte, befand sich genau dahinter. Somit war es auch noch ein Durchgangszimmer.
Das Klo funktionierte nur mit vorherigen 5mal pumpen, dann musste ein Hebel umgelegt werden und nach dem “Geschäft” muss erneut 15mal abgepumpt werden. Eine aufwendige Geschichte – ich kam noch nie nach einem Toilettengang ins Schwitzen!!! Außer dieser Toilette gab es noch eine winzige Zweite am anderen Ende des Bootes. Diese konnte aber kaum betreten werden, da selbst ich mich mit meinen gerade mal 1,64 Meter und einem normalen Gewicht überall anstieß!
Jeder Passagier an Bord durfte nur einmal in den 3 Tagen gerade mal 2 Minuten lang duschen – ohne Seife, Duschgel oder Haarshampoo natürlich, weil ja alles ins Meer geleitet wird. Jeder kann sich jetzt wohl gut vorstellen, dass das nicht sehr komfortabel war. Ich hatte das klebrige Salzwasser auf der Haut, die Sonne brachte mich ständig zum Schwitzen und dann auch noch meine längeren Haare, die im Normalfall ein bisschen Pflege benötigen!!! Unter Deck gab es Platz für 12 Schlafplätze, glücklicherweise waren wir nur zu elft, somit gab es ein klein wenig mehr Platz. John und Rob schliefen jede Nacht auf Deck.
Unter Deck waren auch Rob’s kleine Küche und eine Essecke. Ich hätte niemals gedacht, dass man in einer 1 Meter kleinen Küche so ausgefallen und vielseitig kochen kann. Aber Übung macht auch hier den Meister!
Es war schrecklich schwül unter Deck. Die kleinen Bullaugen brachten nicht wirklich Abkühlung in der Nacht. Vielleicht war dies auch der Auslöser meiner Übelkeit?!? Ich konnte es nicht glauben, ich wurde gleich am ersten Tag seekrank! Nach der Anweisung von John, an Deck zu gehen und den Horizont zu fixieren klappte ganz gut und nach einer halben Stunde ging es mir auch schon wieder besser. Im Notfall hätten es auch ein paar Seesick-Pills gegeben. Solche Übelkeitsanfälle hatte ich mehrere Male in den drei Tagen. Gott sei Dank immer nur von kurzer Dauer. Übergeben musste ich mich nie.
Der erste Stopp des ersten Tages war Whitehaven Beach auf Whitsunday Island. Wir wurden von John in einem Schlauchboot an Land gebracht und sind mit ihm einen geführten Pfad durch den Nationalpark auf die andere Seite der Insel spaziert. Der Weg führte zu einem leider sehr überlaufenden Point Lookout mit einer sich lohnenden, überwältigenden Aussicht auf die weißen Strände des Whitehaven Beaches mit seinem kristallklaren, türkisfarbenen Wasser. Nach einer Fotopause gingen wir den Weg weiter an diesen Traumstrand. Hier hatten wir 45 Minuten Zeit zum Plantschen und Relaxen. Im flachen, badewannenwarmen Wasser schwammen große Rochen bis dicht an unsere Füße! Anfassen war nicht erlaubt, da die Stacheln am Schwanz der Rochen nicht ganz ungefährlich sind.
Außer nach Whitsunday Island segelten wir noch zur Haslewood Island, wo wir auch zum Schlafen den Anker warfen. Der Sternenhimmel auf offener See war ein Erlebnis!
Am Strand von Border Island konnten wir das erste Mal Schnorcheln gehen – was für ein Abenteuer! Der dort lebende Riesenfisch “Maori Wrasse” schwamm nach einer Weißbrotfütterung durch John dicht an uns heran. Ein paar Schrecksekunden überkamen mich schon beim Anblick des großen Maules! Ich war überwältigt von der Schönheit des Riffs und der Vielfalt der paradiesischen Fischschwärme in leuchtenden Farben!
Auch in der Mantaray Bay konnten wir Schnorcheln gehen. Ich genoss die Minuten im Wasser und fühlte mich wie in einer anderen Welt! In der zweiten Nacht legten wir Anker zwischen Hayman Island (einer angesagten Insel für die Flitterwochen!) und Hook Island. Am 3. Tag wurde nur noch gemächlich zurück nach Airlie Beach gesegelt.
Morgens ab 7.00 Uhr gab es immer ein Frühstück mit Kaffee/Tee, 4 verschiedenen Müslis, Toastbrot, Marmelade und Vegemite (wer es mochte!). 2 Snackpausen mit Kaffee/Tee und Keksen erwarteten uns immer nach unseren Land- oder Schnorchelgängen. Es gab jeden Tag einen kalt/warmen Lunch und ein warmes Abendessen. Am letzten Abend ein BBQ mit gegrillten Putensteaks. Das Essen war ein Genuss, stets mit Liebe gekocht und immer ausgefallen garniert! Freigetränke gab es keine, auch das Wasser kostete 2,00 A$ pro Fläschchen. In einem Kühlschrank lagen ausreichend Softgetränke und das Wasser zum Verkauf bereit.
Am Ende unseres Trips mussten wir noch eine Reef-Tax von 20 A$ pro Person zahlen, die für alle Schiffe Pflicht ist.
FAZIT: Die Stimmung an Boot war am ersten Tag wunderbar, am zweiten etwas ruhiger, aber am dritten Tag sehnte ich mich nach mehr Platz und einer langen und ausgiebigen Dusche!
Johns nicht endenden wollenden Geschichten seines bisherigen Lebens langweilten mich nach geraumer Zeit, er redete ohne Punkt und Komma. Um so mehr freute ich mich über Rob’s Geschichten. Ich erfuhr, dass die beiden eigentlich zerstritten sind und nur für uns Touristen die tolle Crew mimen! Beide sind zu 50% am Schiff beteiligt, kümmern sich um den Papierkram, die Instandhaltung des Schiffes und die Lebensmitteleinkäufe. Sie unternehmen zwei 3-Tagestrips in der Woche, haben also nur einen einzigen “freien” Tag pro Woche, der aber auch meistens schon verplant ist. Das ganze Jahr über. Wer würde da nicht ein wenig anders werden?!?
Ich habe die drei Tage an Bord der “Great Eagle” trotz eventueller Stimmungswechsel in mich eingesogen. Das Wetter war ständig bilderbuchreif und die Truppe war ein voller Erfolg. Jedoch hätte ich mir erhofft, an Bord ein wenig mithelfen zu können. John aber gab das Steuerrad nicht aus der Hand. Auch in der Küche wollte man meine Hilfe nicht annehmen. Am Ende des Segeltörns war ich sichtlich froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben! Ich würde diese Tour auf jeden Fall weiterempfehlen, wann bekommt man jemals wieder die Chance, die Traumstrände der Whitsunday Islands und das Great Barrier Reef zu erkunden?
Copyright © Text und Fotos Anna Springorum
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