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5 Tage zwischen Krokodilen und Kookaburras
Trip durch den Kakadu National Park im Northern Territory
- eine Reportage von Tanja Decasper -

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Was braucht man für einen 5-Tages Kakadu National Park Trip?
Ja, diese Frage habe ich mir auch gestellt, als ich in Darwin sechs Reisenden traf, die mich auf eine Tour mitnehmen wollten. Das allerwichtigste ist ganz, ganz viel Abenteuerlust.

kakaduAn zweiter Stelle steht das Auto.
Es gibt drei Möglichkeiten:

  1. Einen normalen Personenwagen:
    Vorteil:
    Billig.
    Nachteil: Darf nur auf geteerten Strassen gefahren werden.
     
  2. Einen Camper:
    Vorteil:
    Kein Zelt nötig.
    Nachteil: Nicht sehr "handlich" im Busch.
     
  3. Einen 4-Wheel-Drive (Geländewagen):
    Vorteil:
    Sehr geeignet für Fahrten auf Sand-"Strassen".
    Nachteil: Teurer als PKW`s, gewöhnungsbedürftig beim Fahren.
     

Wir entschieden uns für einen 4 Wheel Drive.
Bei der Touristeninformation in Darwin wurden wir gut beraten. Wir wollten das Auto schon für den nächsten Tag buchen und ich machte mir Sorgen, dass wir zu spät dran sein könnten.
Aber wir hatten Glück und bekamen sogar so eine Art Last Minute Angebot! Für die 5 Tage zahlten wir ca. 800 A$. Wir waren zu viert. Die anderen drei teilten sich das eigene Auto.

ubirrAm nächsten Tag stolperten wir morgens zu dritt müde zum Coles Supermarkt und wollten einkaufen. Gibt es Wasser im Park?
Was ist mit Waschmöglichkeiten?
Wo wird geschlafen?
Alles Fragen, auf die ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Antwort wusste.
Wir begannen mit viel Toastbrot, 60 (!) Liter Wasser und Früchten. Etwas Fleisch musste auch mit und natürlich viel zum Naschen. Alles zusammen kostete 100 Dollar.
“Essen im Wert von 100 A$ für 5 Tage und 3 Personen? Nicht gerade viel." Ging es mir durch den Kopf.

Wir trafen die anderen vier und luden das Eingekaufte in den Kofferraum. Nach einem Zwischenstop bei einem Biershop ging es dann auf dem Stuart Highway Richtung Kakadu Nationalpark. Ich saß auf dem Beifahrersitz und genoss die Landschaft. Unser Fahrer hatte das Auto und den Linksverkehr nach einer halben Stunde im Griff.

ubirrIch suchte meinen Reiseführer im Rucksack. Was genau ist der Kakadu National Park?
Ein 20.000 Quadratkilometer großes Gebiet, 200 Kilometer östlich von Darwin im Top End. Es wird von den Aborigines bewohnt und der Park wird auch von ihnen verwaltet. Der Park wird von zwei großen Flüssen durchzogen: Der West- und der South Aligator River. Die Landschaft sieht je nach Wet- oder Dry Season anders aus. Wir werden den Park in der Dry Season (August) besuchen.

Bei der ´Park Entrance Station` bezahlten wir 16.25 A$ Eintritt und erhielten dafür ein informatives Buch.
Unser heutiges Ziel war West Aligator Heads, ein wunderschönes Gebiet mit einem riesigen menschenleerem Strand und Mangroven Bäumen. Der Four Wheel Drive Track dahin ist eine Attraktion für sich. Ca. 3 Stunden nichts als Wald, Sand, Vögel und eine Staubwolke vom vorderen Auto, der man folgt. Ab und zu hüpfen aufgescheuchte Wallabys über den Weg. Beim Zeltplatz, der eigentlich kein Zeltplatz ist, sondern nur eine Feuerstelle, hielten wir und bauten unsere Zelte auf.
Ich sah meinen ersten Kookaburra, der stolz auf seinem Baum saß und uns beobachtete. Wir gingen auf Schildkröten-Suche und sahen ein paar Nester und die Spuren von Schildkröten, die aus dem Meer zum Strand gekrochen sind.
Die Nacht war unbeschreiblich schön! Nach 10 Sternschnuppen stoppte ich das Zählen...

Am Tag 2 fuhren wir 3 Stunden nach Jabiru, der Hauptstadt. Die Strasse dahin ist geteert und sehr langweilig.
Nach dem Auftanken ging es weiter nach Ubirr. Dort gelangt man nach einem Kilometer Fußmarsch zu Malereien von Aborigines und kann auf einen Stein klettern, von wo aus man einen Ausblick über das ganze Gebiet genießen kann (siehe Foto rechts).

Wir fuhren zurück und weiter zu den Jim Jim Falls. Genauer gesagt zum Campingplatz, wo wir 5 A$ pro Person für die Übernachtung bezahlten. Es gab Duschen und in meinem ganzen Leben war ich noch nie so froh darüber. Als die Sonne unterging, informierten uns die Ranger über die Tierwelt des Kakadu National Park und zeigten uns Dias von den Unterschieden zwischen der Wet- und der Dry Season.

Den dritten Tag verbrachten wir bei den Jim Jim und Twin Falls, die eigentlich keine Wasserfälle sind, da gar kein Wasser da war. Nur in der Wet Season muss ein wunderschöner Wasserfall zu sehen sein. Trotzdem blieben wir nicht trocken, da es das ganze Jahr hindurch ein natürliches Becken zum Schwimmen gibt. Die wunderschöne Landschaft überwältigte mich. Übernachtet haben wir dann wieder auf demselben Campingplatz für weitere 5 A$. Wir bemerkten, dass uns das Essen ausging. Zum Glück waren die anderen Vier organisierter als wir und teilten ihr Kangaroo-Steak mit uns.

Da wir von den Krähen geweckt wurden, ging es früh nach Yellow Water, wo man die wunderschöne Sumpflandschaft bestaunen kann. Für 33  A$ fährt man auf einem kleinen Boot die Billabongs ab und sieht ein paar Krokodile, die mühsam durchs Wasser schwimmen. Die Fahrt lohnt sich meiner Meinung nach allerdings nicht, weil sie einfach viel zu teuer ist.

Eine kurze Fahrt mit dem Auto brachte uns nach Maguk und eine Stunde Fußmarsch zu einer weiteren Bademöglichkeit zwischen Felsen und Bäumen. Die Krokodilwarnungen nahmen wir nicht wirklich ernst, weil dort  viele Leute badeten.
Als dann aber die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand und wir uns auf den Weg zurück machten, sahen wir tatsächlich ein 5 Meter langes Krokodil in einem der größeren Billabong!! Zum Glück hatte dort vorher keine Menschen gebadet.
In Maguk konnten wir auch wieder auf einem Campingplatz übernachten, wo es morgens jedoch leider tausende Fliegen gab!

Der letzte Tag im Kakadu National Park bestand nur aus der Fahrt Richtung Stuart Highway und zum Litchfield National Park, wo wir eine Nacht blieben.

Fazit:
Gute Organisation, viel Abenteuerlust, gute Freunde, gute Fahrzeuge und Kleidung ist sehr, sehr wichtig. Man kann sich natürlich auch einer Tour zum Kakadu National Park anschließen. Ich kann es mir aber nicht so schön vorstellen, wie eine selbstgefahrene Tour.
Wir haben unterwegs viele Touren getroffen und ich war jedes Mal froh, in meiner Gruppe zu sein. Außerdem ist eine Tour viel teurer als ein Auto zu mieten und das Essen selber einzukaufen.
Die Landschaft und die Tierwelt im Kakadu National Park sind einmalig und jeder Reisende, der Darwin besucht, muss auch diesen Park besucht haben! Denn was gibt es schöneres, als am Strand zu sitzen, zu den Sternen zu schauen, Musik zu hören, vom Lagerfeuer gewärmt zu werden und Sternschnuppen zu zählen?
 

 

 

Hinweise zum Kakadu National Park:

  • Freshwater-Crocodiles: Sie leben in Flüssen und Pools, wie Maguk oder Gunlom. Die ´Freshies` sind scheu, werden aber aggressiv, wenn sie gestört werden.
  • Salzwasser-Krokodile: Es ist falsch, dass sie nur im Meer leben! Man findet sie ebenso in Süsswasser-Seen, Teichen, Flüssen und am Strand. Sie haben schon Besucher des Kakadu National Parks angegriffen oder gar getötet.
  • Die Krokodil Warnungen sollten beachtet werden! Wenn man trotzdem schwimmen will, tut man dies auf eigenes Risiko.
  • Was anziehen? Wichtig sind Hut, Sonnenschutz und bequeme Kleidung, welche auch vor Insekten schützt.
  • Was mitnehmen? Genügend Wasser! (Wir haben unsere 20 Liter pro Person gebraucht!) Sonnencreme, Insektenschutzmittel, Erfrischungstücher (ganz praktisch, wenn keine Dusche vorhanden ist), Musik, Zelt, Wechselkleider, gute Schuhe (Wanderschuhe).
  • Was nicht mitnehmen? Handy (kein Empfang!).

 

 

 

 

 

 © Text & Fotos Tanja Decasper, Foto oben Tourism NT