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Der “Cobber Pass” - von Cairns nach Sydney
 Hopp on - Hopp off mit Oz Experience
- Reisebine-Reporter André Klöden berichtet von seinen Etappen -

3. Abschnitt:
Airlie Beach - Kroombit

Die Fahrt von Airlie Beach nach Kroombit begann früh. Bereits um 7 Uhr war Pick-up vor der YHA und dem Koalas Hostel.
5 Jungs und 5 Mädels aus Deutschland, England und Amerika saßen im grün-weissen OZ-Bus, der damit nicht mal zur Hälfte gefüllt war. Und trotzdem waren wir laut Simo, dem Fahrer, die größte Gruppe seit er in Cairns losgefahren war. Wohlgemerkt von dort mit nur einer Person.
Simo hatte genügend Zeit, die Tagesplanung für die nächsten beiden Tage zu erklären, denn die 600 km lange Strecke von Airlie Beach nach Kroombit ist die längste von OZ-Experience an der Ostküste. Bis zur Ankunft sollten noch gute 10 Stunden vergehen.
 
Kroombit selbst ist eine 10.000 Hektar große Farm mit Rindern, Ziegen und Pferden im Outback. Hier muss jeder stoppen und über Nacht bleiben, der mit dem OZ-Bus fährt. Der Grund liegt darin, dass OZ-Experience verspricht, nur während des Tages und nicht nachts zu fahren. Nachdem die direkte Fahrt nach Hervey Bay bzw. Rainbow Beach zu lange dauern würde, wurde ein Stop in der Mitte gewählt, der nach den vielen Stränden und Küstenorten eine gelungene Abwechslung bietet. Die Kosten für die Übernachtung auf der Farm liegen bei 45,- AUD für ein Dormbett und 52,- AUD für ein Doppelzimmer. Im Preis enthalten sind Abendessen und Frühstück.
Generell sei noch mal kurz erwähnt, dass man an jedem beliebigem Ort, der entlang der Busroute liegt, aus dem OZ-Bus aussteigen kann. Auch wenn dieser nicht im Fahrplan steht. Der Zustieg kann jedoch, laut dem Prospekt von OZ-Experience, nur an den vorgegebenen Haltepunkten des OZ-Busses erfolgen. Simo erklärte auf meine Nachfrage, dass man auch einen davon abweichenden Pickup-Punkt mit dem Büro von OZ-Experience vereinbaren kann, solange dieser an der Strecke liegt. Am Besten ist es wohl, in so einem Fall, direkt mit OZ-Experience zu sprechen.
 

Zurück zum Bus, wo die meisten, noch etwas übermüdet vom Segeltrip und/oder der letzten Nacht in Airlie Beach, nach wenigen Fahrminuten in einen tiefen Schlaf versanken. Um 9.30 Uhr war dieser jedoch erstmal beendet, denn eine halbstündige Frühstückspause in Sarina stand auf dem Programm. Direkt im Anschluss verkündete Simo seine seit Fahrtbeginn versprochene Überraschung. Etwas zum Verdauen des Frühstücks, zum Wachwerden und zum besseren Kennenlernen.

Nach dem Motto "Bewegung schadet nie", begaben wir uns zum kostenlosen Barefoot Bowling. Die meisten hatten, so wie auch ich, noch nie etwas davon gehört. Daher wurden die einfachen Spielregeln erläutert, und nachdem Übung den Meister macht, ging es rasch ans Spielen.
Jeder Spieler besitzt 4 Bowlingkugeln, die an einer Seite mit einem Gewicht ausgestattet sind, sodass sie nicht gerade rollen. Am Ende des Spielfeldes, in etwa 30 Metern Entfernung, markiert eine kleine, weiße Kugel, die etwa die Größe einer Billardkugel hat, das Ziel.

 

 

Hintereinander wird bei Spielbeginn jeweils eine Kugel gespielt und der Spieler mit der Bowlingkugel, die dem Ziel am Nähesten liegt, gewinnt. Gewöhnlich machen 2 Spieler den Sieg unter sich aus. Wir teilten uns in zwei Fünfer-Teams auf und hatten somit eine ganze Menge Kugeln auf dem Spielfeld. Dies erhöht das Risiko, dass besonders eine am Ende geworfene Bowlingkugel die der weißen am Nähsten liegende Kugel noch verschiebt und somit jemand anderes gewinnt. Oder eine etwas außerhalb liegende Kugel noch an die weiße herangeschoben wird. Allen hat diese wirklich gelungene Abwechslung viel Spaß bereitet und auch das eine oder andere Talent konnte gesichtet werden. Auf ein baldiges Neues!
 
Zurück im Bus war nun das Eis gebrochen und die Müdigkeit verschwunden. Gelegenheit, sich mit seinen Mitfahrern näher zu unterhalten. Schließlich gab es noch einige Stunden zusammen zu verbringen.
Etwas später sorgte Simo wieder für Unterhaltung, eine DVD wurde eingelegt. Diesmal gab es kein Mitspracherecht. "Surf's Up", ein animierter Film über einen surfenden Pinguin, sollte beide Seiten zufrieden stellen. Kurz umgeschaut, war die Aufmerksamkeit im Bus dafür aber eher gering.

Gegen 14 Uhr war es dann an der Zeit für eine 45minütige Mittagspause in Rockhampton. Wer auf gesundes Essen gehofft hatte, wurde wohl enttäuscht, denn außer all den bekannten Fastfood-Ketten war nicht viel zu sehen. Blieb die Hoffnung für das Abendessen auf der Farm.

Während der Weiterfahrt bereicherte uns Simo mit seinem umfangreichen Wissen über Geschichte und Entstehung der auf dem Weg liegenden Ortschaften, sowie über die Landschaft, die sich doch merklich veränderte, je weiter wir ins Outback fuhren. Außerdem gab es eine Menge zu erfahren über die Tier- und Pflanzenwelt, besondere Baumverformungen (er liebte sein Mikrofon) und auch Kängurus und Emus konnten wir sehen

Ein weiterer kurzer Stop an einem Aussichtspunkt diente hauptsächlich dem Fotografieren und Beine vertreten.
Während der letzten 20 Minuten unserer Fahrt gab es die passende Einstimmung auf die Farm, australische Country- und Westernmusik. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir bei Sonnenuntergang, nach einer schnell vergangenen Fahrt, unser Ziel Kroombit Cattle Station.
 
10.000 Hektar groß, 1.000 Rinder, 600 Ziegen, 100 Pferde und Cowboys, wie man sie sonst meist nur in Filmen sieht.
Eine halbe Stunde war Zeit sein Zimmer zu beziehen, bevor um 18 Uhr schon die Vorspeise serviert wurde - Bush Nibblies. Welches Fleisch - gewürzt im Thai-Curry-Stil - das war, wird nicht verraten. Schließlich erfuhren wir es auch erst später. Eines aber vorweg, es war sehr lecker und man begeht keine religiöse Sünde wenn man es isst.
30 Minuten später gab es dann für alle das ersehnte gesunde Abendessen, ganz im Outbackstil mit Kartoffeln, Gemüse und Rind oder Huhn.

 

 

Danach saßen wir alle um das Lagerfeuer und Al, der Besitzer der Farm, erzählte uns vieles über Entstehung und Tradition der Farm, Bewirtschaftung sowie zu den Tieren und der Umgebung.
Zum Beispiel erfuhren wir, dass früher 10 Reiter rund 5 Tage beschäftigt waren, um die Herde zusammen zu treiben. Heute wird das mit einem Hubschrauber in 50 Minuten erledigt.
Etwas soll die Tradition aber noch vermittelt werden, deshalb durften alle das Schnalzen mit der Peitsche ausprobieren. Ein Geräusch, dass erzeugt wird, damit sich die Herde bewegt. Gar nicht so einfach, schließlich muss man das Ende der Peitsche auf eine Geschwindigkeit von 330 km/h bringen. Nach etwas Übung hat es aber bei jedem geklappt.

 

 

Im Anschluss daran galt es, Geschicklichkeit und Balance beim elektronischen Bullenreiten zu beweisen. Nach kurzen Instruktionen konnte es losgehen. Am Ende hielt sich der Spitzenreiter 24 Sekunden auf dem Bullen. Eigentlich ist es für Mädels einfacher, überraschenderweise lagen aber zwei Jungs ganz vorne. Für den ein oder anderen war das eine leicht schmerzhafte Angelegenheit, wenngleich es sich freilich keiner wirklich anmerken ließ.
Alle der genannten Aktivitäten waren übrigens kostenlos.
Für die Hälfte unserer Gruppe endete danach gegen 22 Uhr der erlebnisreiche Tag. Der Rest saß noch gemütlich bei ein paar Bier zusammen und nutzte die Gelegenheit, sich mit "Real-Ozzie" Farmern und Arbeitern zu unterhalten.

Der nächste Morgen begann früh um 6.30 Uhr mit Cornflakes, Müsli und Toast. Eine gute Stärkung für alle folgenden Aktivitäten.
Bereits im Bus konnte man sich für das Schiessen mit einer Shotgun auf Tontauben einschreiben. 5 Schuss für 10,- AUD. Jetzt war eine weitere Gelegenheit dazu. Gemeinsam ging es also auf den Schießplatz, wo 7 von 10 Leuten das Ganze mal ausprobierten. Mit teils erstaunlich guten Resultaten, war es doch für alle das erste Mal. Jeder hat mindestens eine Tontaube abgeschossen.

Im Anschluss gab es wieder etwas für alle zu meistern: Das kostenlose Ziegen-Rodeo.
5 Teams wurden gebildet, bestehend aus je einem Jungen und einem Mädchen. Auf Zeit galt es dabei, eine Ziege einzufangen, an den Rand zu bringen, die Ziege auf die Seite zu heben und ein (nicht ganz echtes) Branding anzubringen. Ein riesiger Spaß

 

 

 Für alle Reiter und Pferdenarren gab es danach noch genügend Zeit, knapp 2 Stunden für 40,- AUD auszureiten. Auch dafür konnte man sich bereits im Bus oder am Morgen auf der Farm anmelden.
Die Farm ist besonders spezialisiert für alle, die wenig oder keine Reiterfahrung besitzen. Es gilt immer, das passende Pferd für den Reiter auszuwählen. Aus unserer Gruppe fanden sich 3 Leute, von denen 2 noch nie auf einem Pferd saßen, die sich dieses Outback-Abenteuer nicht entgehen ließen. Die Begeisterung war groß und die Lust zum Reiten geweckt.
Der Rest der Gruppe konnte einen Spaziergang auf dem riesigen Farmgelände unternehmen und einige schöne Aussichtspunkte genießen.

Nach einer kurzen Teepause bei Rückkehr war es an der Zeit, die Farm gegen 10.30 Uhr wieder zu verlassen. Auf zum nächsten Abschnitt nach Rainbow Beach.
Wer will, kann allerdings auch länger auf der Farm bleiben. Entweder um weitere Tage die Ruhe des Outbacks zu genießen, oder sich als Farmhand ein paar extra Dollar dazu zu verdienen.

 

4. Abschnitt:
Von Kroombit
nach Rainbow Beach

 

Fotos & Text: André Klöden - © Copyright Reisebine.de