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Relax & Sail

Tips & Reportagen zu Touren & Ausflügen
“Relax & Sail” - Emu Park und Great Keppel Island

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2-Tage-Tour von Rockhampton bis Great Keppel Island und zurück
- eine Reportage von Reisebine-Reporterin Friederike Rühl -

Der Greyhoundbus schaukelt durch die menschenleeren, in gelbes Licht getauchten Straßen von Rockhampton. Zum Glück ist es kein Problem, dass ich erst um 00.30 ankomme.
Müde klettere ich aus dem Bus und schaue mich um. Wie ausgemacht steht der mit einer nicht zu übersehender Aufschrift "Emu's Beach Resort" beklebte weiße Hostelbus unmittelbar neben dem Busstop. Pam, die gut gelaunte Mitarbeiterin des Resorts, holt mich und vier andere Gäste ab.

Während der Fahrt haben wir Zeit für eine kleine Vorstellungsrunde. Wie meistens in “Travellerkreisen” sind wir eine bunte Truppe aus Frankreich, Taiwan, England, Schottland und Deutschland. Nach interessanten Reiseberichten klären wir die wichtige Frage: Wie erkundet man am besten die von Emu Park nicht weit entfernt gelegene Insel Great Keppel? Ein Teil wird sich morgen an der Rezeption informieren, die Französin möchte mit der Fähre rüber. Ich werde mich auf eine Segeltour begeben und bin schon sehr gespannt.

Nach einer halben Stunde erreichen wir das Emu’s Beach Resort. In der Mitte lädt ein Swimmingpool zum Planschen ein, drumherum stehen kleine Häuser mit Doppel- und Dreibettzimmern sowie Schlafsälen für den Budget-Traveller. Ein Aufenthaltsraum und eine große Küche befinden sich im Haupthaus. Davor, um diese Zeit des Tages verlassen, ist eine Bar.
Pam führt mich zu meinem Viererzimmer. Die anderen schlafen bereits. Voller Vorfreude auf den morgigen Tag kuschle ich mich in die Federn. Diese Nacht werde ich in einem einzeln stehenden Bett schlafen und nicht im Stockbett - was für ein Backpackerluxus!

Am nächsten Tag genieße ich das saubere, zimmereigene Bad mit Dusche. Mein Magen verlangt nach einem Frühstück, also schnell noch in die Küche, bevor es losgeht. Schade, es wird kein Frühstück angeboten. Jetzt wäre auch keine Zeit mehr, um sich nach Einkaufsmöglichkeiten umzusehen, doch zum Glück habe noch etwas Toastbrot und Marmelade in meinem Rucksack.
Ich frühstücke mit einer Deutschen, die mit der Fähre nach Great Keppel Island übersetzen wird. Zusammen warten wir um halb neun vor der Rezeption auf unseren Lift zum Hafen. Die Deutsche bekommt von der Hostelbesitzerin Mandy eine Karte mit Informationen, wo sie ihre Schnorchelaus- rüstung auf der Insel ausleihen kann und wo sich die schönsten Strände befinden.

Pam fährt uns etwa 10 Minuten zum Hafen. Ich wünsche der Deutschen viel Spaß auf der Insel und werde von Pam zum Schiff gebracht, welches mich heute rund um Great Keppel Island und weiter bringen wird.

Hans und Diana heißen die beiden ”Bilderbuchsegler”, die mich auf ihrem wunderschönen Katamaranen "Funtastic" willkommen heißen. Zusammen mit zwei gut gelaunten Ehepaaren aus Melbourne werden wir heute einen entspannten, aber nicht ganz faulen Segeltrip erleben.

An Bord bestaunen wir das liebevoll eingerichtete Schiffsinnere mit gemütlicher Sitzecke, Miniküche, zwei kleinen Toiletten, Muscheln überall und von Diana selbstgemalten Strand- und Meerbildern. Hinter der Sitzecke ist Platz, um in Bikini oder Badehose zu schlüpfen. Während der Fahrt raten uns Hans und Diana allerdings vom Aufenthalt im Schiffsinneren ab. Dort ist das Schwanken des Schiffs viel deutlicher zu spüren, was (wie ein Passagier gleich am Anfang der Tour erleben musste) zu einem deutlichen Brechreiz führen kann. Stattdessen sichern wir uns mit einem Glas Orangensaft und zur Verfügung gestellten Badetüchern den besten Platz an Deck.

Nach halbstündiger Fahrt durch die Wellen sind wir plötzlich von ruhigem, kristallklarem Wasser und mit Austern besetzten Felsen umgeben. Vor uns breitet sich der einsame Sandstrand der Nationalparkinsel Middle Island aus. Hans erzählt uns, dass er abenteuerlustige Backpacker auch gern mal für ein paar Tage zum Campen absetzt. Manche fühlen sich dann so wohl, dass sie nackt am Strand herumhüpfen, wenn er sie wieder abholen möchte.

Bevor wir aktiv werden, servieren Hans und Diana Kaffee, Kuchen und Obst. Sie lassen uns aus einer Holzkiste voller verschiedener Teesorten wählen. Bei diesem gemütlichen Zusammensitzen wollen wir mehr über die Geschichte der Funtastic erfahren. Hans und Diana haben sie vor über einem Jahrzehnt selbst gebaut. Ihre größte Reise auf der Funtastic ging mit einer 12köpfigen Crew von Australien aus innerhalb eines Jahres nach Europa. Nach zweijährigem Aufenthalt in Griechenland segelten sie zurück nach Australien. Hier leben sie nun auf der Funtastic und bieten eintägige Segeltouren an.

Mittlerweile ist es halb elf. Wir müssen uns entscheiden, wie wir den südlichsten Teil des Great Barrier Reefs erkunden wollen. Es gibt zwei Kajaks mit Glasboden, eine große Schnorchelausrüstung und ein kleines Motorboot.
Mit dem Motorboot fährt uns Hans herum, während wir mit einem Rohr auf den Grund unter uns blicken können. Ich bin echt begeistert von den vielen bunten Fischen. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht klettern wir nach fast einer Stunde zurück auf die Funtastic.
Jetzt ist es Zeit, sich wie ein Star im Urlaub zu fühlen. Bei sommerlicher Gitarrenmusik aus den Boxen entspannen wir uns an Deck in der Sonne, während uns Hans und Diana weiter zur Insel Great Keppel segeln. Die ist praktisch um die Ecke, denn nach etwa 15 Minuten sind wir bereits da.

 
Wir haben zwei Stunden Zeit, die Insel zu besichtigen. Hans erklärt uns, dass wir gleich am Strand Schnorchel- und Tauchausrüstung ausleihen können. Ich möchte auf einem der vielen Wege wandern, vergesse aber, danach zu fragen und entschließe, mich den beiden Ehepaaren aus Melbourne anzuschließen. Die wollen am Strand bleiben. Hungrige können sich ein Sandwich oder Pizza kaufen (natürlich etwas teurer als auf dem Festland) und in der Sonne dösen. Die Melbourner und ich entscheiden uns lieber für das Robinson-Crusoe-Feeling und knacken uns eine Kokosnuss.

Zurück auf dem Schiff geht es zu unserem letzten Halt vor Monkey Beach. Die meisten wählen diesmal das Schnorcheln. So sind wir mittendrin in einem Aquarium voller farbenfroher Fische, die sich ihren Weg durch die Korallen bahnen. Wir folgen ihnen neugierig, um das Geheimnis des Reefs zu entdecken.

Abends sitzen wir eingewickelt in riesigen Badetüchern an Deck und lassen uns zum letzten Mal von Hans und Diana mit ihrem "Abendtee" verwöhnen. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Wir werfen einen letzten Blick auf Great Kappel Island und segeln der untergehenden Sonne entgegen zum Festland. Manchmal fängt Hans kurz vor Tourende einen großen Fisch und gibt ihn seinen Gästen zum Grillen mit. Leider haben wir diesmal kein Glück. Dafür sehen einige von uns Delfine.

Am Hafen angekommen wünschen uns Hans und Diana einen schönen restlichen Abend. Ich bin glücklich, mich mit dem Gefühl verabschieden zu können, einen großartigen Tag erlebt zu haben.
Wie fast schon gewohnt, wartet Pam auf mich und bringt mich zurück zum Emu's Beach Resort.
 
Um sechs erreichen wir das Hostel. Ich entspanne für eine halbe Stunde in meinem Schlafsaalbett und unterhalte mich mit den Anderen aus unserem Zimmer. Im Hintergrund läuft der Fernseher.

Um kurz vor sieben zieht mich ein Grillgeruch zur Bar des Resorts. Jeden Freitag und manchmal samstags bereitet das Hostelteam ein leckeres Barbecue für seine Gäste. Der Hostelbesitzer Paul schiebt große Schnitzelstücke, Fisch und Würstchen auf dem Grill hin und her. Vor dem Tisch mit Salat, Nudelauflauf, Toast und Barbecuesaucen bildet sich eine kleine Schlange. Ich setze mich zu einer Irin und einem Engländer an das riesige Fass, das als Tisch dient.

Zufrieden kauend lasse ich den heutigen Tag noch einmal Revue passieren. Ich bin froh, diese unberührt wirkende Insel gesehen zu haben und da Hans und Diana uns praktisch zu sich nach Hause eingeladen haben, war dies ausnahmsweise keine Touristen-Massenabfertigung, sondern eher wie ein “Besuch bei Freunden”. Das nächste Mal werde ich auch meine Freunde mitbringen (12 Personen haben auf dem Katamaran insgesamt Platz).

Nach dem Barbecue verteilen sich die Gäste in den Aufenthaltsraum zum Fernsehen, Brettspiele oder Billard spielen. In der Bar auf der Terrasse trinken drei Leute vom Hostelteam Bier und schauen Rugby League. Hierher nach Emu Park kommt man nicht, um Party zu machen, hier sehen die Abende eher gemütlich aus.

Da mein Bus am nächsten Tag erst spät in der Nacht fährt, bleibe ich bis dahin in Emu Park und lasse mein Gepäck im Aufbewahrungsraum des Resorts.
Während ich im Aufenthaltsraum meine letzten Scheiben Toast frühstücke, komme ich mit zwei Deutschen ins Gespräch. Was kann man an einem Sonntag in Emu Park anstellen? Von Mandy bekommen wir an der Rezeption eine Wegbeschreibung, wie wir zum Markt im Stadtzentrum gelangen.

Anscheinend ist die halbe Stadt auf dem Markt zum Verkaufen, Kaufen und Probieren. Wir drei Mädels suchen nach kleinen Mitbringseln und Schmuck. An einem Stand können wir australischen Wein testen und würden am liebsten eine Flasche kaufen. Leider ist sie zu teuer. Eine halbe Stunde später haben wir bereits den Markt durchlaufen und gehen zurück zum Hostel.
Die zwei Deutschen empfehlen mir, an der Rezeption eine Tour zu einer Krokodilfarm zu buchen, doch ich hoffe auf frei lebende Krokodile nördlich von Cairns. Also setze ich mich mit einem Buch auf die Terrasse. Heute versteckt sich die Sonne hinter den Wolken und ich entscheide mich gegen den Swimmingpool. Bis zu meiner Abreise nachts um 20 vor eins habe ich viel Zeit. Ich vertreibe sie mir mit Monopolyspielen mit anderen Gästen, mit Quatschen, Fernsehen und Kochen.

Um Viertel nach elf fahren zwei Iren vom Hostelteam eine Französin und mich zurück nach Rockhampton. Wir sind gut in der Zeit und ich kann mir noch eine Packung Kekse an der Tankstelle kaufen. Die genieße ich im Bus, während ich noch einmal an die vielen, farbenprächtigen Fische im Great Barrier Reef denke.

 

Kontaktdetails:

 

Veranstalter:

Emu’s Beach Resort / Funtastic Cruises

Buchung:

Diese Tour ist ein “Reisebine-Special” und kann nur über unsere Webseite gebucht werden

 

Fotos & Text: Friederike Rühl - © Copyright Reisebine.de
 

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Copyright © Sabine Hopf - aktualisiert am: Montag, 28. September 2009