|
Endlich ist es soweit: Meine 6-tägige Safari von Adelaide nach Alice Springs beginnt! Die Highlights der Tour sind so facettenreich wie vielzählig: Flinders Ranges, Coober Pedy und natürlich das Red Centre mit Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon.
So stehe ich am Mittwochmorgen um 6 Uhr mit Sack und Pack vor meinem Hostel (übrigens: Hostel 109, absolut zu Recht Reisebine’s Hostelperle) zum Abholen bereit. Wenige Minuten später sitze ich mit 16 anderen Reiselustigen im wohltuend warmen Tour-Bus und lausche gespannt den Worten unseres Tourguides Scotty.
Unser Tagesziel ist das kleine und einsam im Outback gelegenen Parachilna, wo wir auch die heutige Nacht verbringen werden. Das heißt, einige Stunden Fahrt liegen vor uns - eine gute Gelegenheit, um seinen Sitznachbarn und die anderen Tourmitglieder näher kennenzulernen. Gleich ergeben sich viele interessante Gespräche und es stellt sich heraus, wie international unsere Gruppe ist: Fast aus allem Teilen der Erde ist jemand dabei: Holland, Dänemark, Spanien, Japan, China, Korea, Kanada, Irland und Deutschland. Überraschenderweise bin ich die einzige Deutsche, was meinen Englischkenntnissen mal wieder nur zu Gute kommt.
Gegen Mittag gönnen wir Tourguide Scotty eine Pause vom vielen Fahren und uns ein leckeres BBQ (siehe Foto rechts). Mitarbeit und Eigeninitiative ist herzlich willkommen und da alle fleißig mit anpacken, ist schnell ein vielfältiges Mittagessen (gegrilltes Hühnchenfleisch und verschiedene Salate) gezaubert.
Mit gut gefülltem Bauch und den Abwasch schnell hinter uns gebracht, sitzen wir kurz danach alle satt und zufrieden wieder im Bus, um unsere Fahrt fortzusetzen. Doch für ein Nickerchen ist nun keine Zeit, denn wir steuern unser erstes Etappenziel für den heutigen Tag an: Die Aborigine-Malerien bei den Yourambulla Caves. Den Walk von ca. 30 Minuten müssen wir leider ohne unseren Tourguide Scotty zurücklegen, da er sich in der Nacht zuvor sein Knie verrenkt hat und nun eher schlecht zu Fuß ist. Nicht gerade die beste Voraussetzung, wenn man 16 Leute für sechs Tage durchs australische Outback führen soll. Etwas aus der Puste oben angekommen, stellen wir mit Überraschung fest, dass die Malereien sehr klein sind und weniger besonders als erwartet. Um so mehr erfreuen wir uns dafür an dem tollen Ausblick auf die vor uns liegende Landschaft!
Wieder im Bus auf dem Weg zu unserer Unterkunft für die erste Nacht hält Scotty zwischendurch immer wieder an, um uns Vertreter der australischen Tierwelt (Känguru, Emu, Kamel) zu zeigen und uns so die Möglichkeit auf wahre Fotodiamanten gibt.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir zur großen Freude aller endlich unser Tagesziel: Parachilna. Ein gemütlicher, in the middle of nowhere gelegener Ort, indem offiziell stolze 6 Einwohner leben. Neben einer Tankstelle findet man hier das berühmte Roadhouse “Prairie Hotel” und sogar Helikopter- Rundflüge werden angeboten. Und dann gibt es noch unsere Hostelunterkunft, in der wir die Nacht in Mehrbettzimmern verbringen.
Zusammen mit einer anderen Gruppe von Adventure Tours bereiten wir das umfangreiche BBQ zu, bestehend aus wahnsinnig leckerem Känguru und Emufleisch und Salaten. Zu unserem Glück spielt genau an diesem Abend der regional bekannte Countrysänger John O’Dea im Roadhouse, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so verbringen wir unseren ersten Abend im Outback mit selbstgebrautem Bier bei Live Musik am Lagerfeuer.
Tag 2: Am nächsten Morgen reißt uns der Wecker unsanft und viel zu früh aus unseren Träumen. Als Belohnung wartet aber ein reichhaltiges Frühstück mit Corn Flakes, Müsli, Toast, Tee und Kaffee auf uns, bei dem alle kräftig zulangen, bevor es wieder für einige Stunden in den Bus geht, der mit seinen bequemen Sitzen (allerdings wenig Beinfreiheit) zum (wieder-) einschlafen geradezu einlädt.
Gegen Mittag erreichen wir dann Wilpena Pound, wo wir zunächst in Teamarbeit leckere Burger zubereiten. Frisch gestärkt klettern wir auf den Mt Ohlssen-Bagge, wo wir je nach Belieben die Wahl zwischen zwei verschiedenen Walks haben, die sich in ihrem Schwierigkeitsgrad voneinander unterscheiden. Beide Gruppen treffen sich anschließend müde, aber begeistert von der Aussicht zu heißem Kakao im Café wieder.
Nur wenige Minuten Fahrtzeit liegt unsere Unterkunft für die zweite Nacht entfernt, die wieder sauber und mit Küche, Gemeinschaftsraum und Duschen bestens ausgestattet ist. Zur großen Freude aller gibt es auch Heizungen in den Mehrbettzimmern, die sich bei der Kälte draußen, großer Beliebtheit erfreuen.
Leider erfahren wir beim Abendessen, dass Scotty uns am nächsten Tag verlassen wird, um wegen seiner anhaltenden Knieschmerzen ins Krankenhaus zu fahren. Als Ersatz wird uns am nächsten Tag ein anderer Adventure Tours-Mitarbeiter bis nach Coober Pedy begleiten, bis wir dort auf unseren Guide für die letzten Tage treffen. Alle sind traurig über Scottys Abschied - allen voran er selbst. Als Dank bekommt er einen tosenden Applaus und es folgen viele Abschiedsfotos.
Nach dem Abendessen (Chickencurry) sitzen wir noch in gemütlicher Runde am Lagerfeuer und genießen die klare Sicht auf den Sternenhimmel über uns.
Tag 3: Morgenstund hat Gold im Mund - wie es doch so schön heißt, und getreu diesem Motto heißt es am nächsten Morgen wieder in aller Früh aufstehen und um 6 Uhr sitzen alle wieder abreisefertig im Bus. Diesmal mit Todd hinterm Steuer, unserem Fahrer für den heutigen Tag.
Um 9 halten wir dann an der Tankstelle in Port Augusta für neues Benzin und ein zweites Frühstück. Gleichzeitig auch die letzte Möglichkeit noch einmal übers Handy Kontakt zu Freunden und Familie aufzunehmen, bevor danach der Empfang bis Ayers Rock erstmal brach liegt.
Zum Mittagessen (Sandwichs) halten wir noch einmal an einem Roadhouse, bevor wir dann am späten Nachmittag Coober Pedy, Australiens selbsternannte Opal-Hauptstadt, erreichen.
Hier treffen wir zunächst auf Jackie, die hier aufgewachsen ist und uns nun per Bustour eine informative und interessante Stadttour gibt. 70% der Bevölkerung hier leben in so genannten Dugouts (= unterirdische Behausungen), um sich vor den klimatisch extremen Bedingungen zu schützen. Es sieht hier ein bisschen aus wie am Ende der Welt und bot so schon für einige Filme eine gute Kulisse (Mad Maxx III, Red Planet…). Im Anschluss sehen wir uns im Rahmen einer Führung die Opalmine an, bei der zuerst ein Film über Entdeckung und Geschichte des Opals gezeigt wird und beim anschließenden Gang durch die Mine bekommen wir sogar einen echten Opal im Wert von 3.000 AUD$ zu sehen. Immer wieder kommt es vor, dass Leute mehr oder weniger zufällig auf Opale stoßen und so schon erfreuliche Geldsummen erhalten. Um so ärgerlicher ist es am Schluss, dass das geplante “noodling” aus Zeitmangel entfallen muss und uns nur die Möglichkeit bleibt, im dazugehörigen Shop Opale zu erwerben. Dafür werden unsere hungrigen Mägen am Abend mit reichlich Pizza vom Italiener belohnt (Essen frei, Getränke nicht) und wir lassen den Abend mit unserem neuen Tourguide Marc gemütlich bei einem Bier im Untergrund-Pub ausklingen.
Tag 4:
Langsam gewöhnen sich alle an das zeitige Aufstehen und wir sind schnell wieder auf der Strasse unterwegs. Schließlich soll es heute endlich zum Uluru gehen und bis dahin liegen 10 Stunden Fahrt vor uns. Zwischendurch halten wir immer mal wieder für Fotos, Essen- und Toilettenstops an.
Je näher wir dem Red Centre kommen, um so gespannter und unruhiger werden alle. Kurz vor Sonnenuntergang ist es dann soweit: Wir erreichen den Sunset Viewing Point im Uluru / Kata Tjuta Nationalpark. Statt romantischer Kulisse erwartet uns hier jedoch eine ganze Herde Gleichgesinnter. Zum Glück weiß unser Guide Marc, wo wir dennoch ungestört das Spektakel erleben können und führt uns zu einem weiteren Aussichtspunkt. Der Anblick des riesigen Felsens (3,6 km lang, 348 m hoch) hinterlässt beeindruckte Gesichter und die wechselnde Färbung während des Sonnenuntergangs zieht alle in ihren Bann. So genießen wir den Wahnsinns-Anblick und stoßen glücklich und zufrieden mit einem Glas Sekt auf den besonderen Moment an.
|