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 Übernachten bei Fremden auf dem Sofa

Ein Bericht von Laura Kluth

 

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„Hallo. Ich kenne dich zwar nicht, aber gibst du mir den Ersatzschlüssel für deine Wohnung und lässt mich auf deiner Couch übernachten?"
Das könnte der Anfang einer zwielichtigen Spam-Mail sein, ist aber eigentlich eine ernst gemeinte Anfrage.

Couchsurfing (kurz CS) ist eine kostenlose Internetplattform, ein sogenanntes Gastfreundschaftsnetzwerk, das Reisenden die Möglichkeit gibt, umsonst bei Fremden zu übernachten.
Dieses Konzept mag zwar zu Beginn waghalsig und gefährlich klingen, ist aber mittlerweile weit verbreitet. Die Basis ist Vertrauen. Steht das Vertrauen, ist eine wunderbare Möglichkeit geboten, in fremden Ländern bei Einheimischen zu übernachten. Im Vorfeld steht dabei der Austausch von Erfahrungen, Kultur, Gastfreundlichkeit. Ein Geben und Nehmen.

Der zweite große Punkt ist natürlich, Geld zu sparen. Couchsurfen kostet nichts. Und manchmal sind die Menschen sogar so gastfreundlich, dass sie einen zum Essen einladen, vom Flughafen abholen oder Ähnliches. Geht das Konzept auf, dann öffnet man nach beendeter Reise selbst seine Wohnungstür für Fremde.
In der Realität sieht das meist aber etwas anders aus, denn es gibt die einen die immer geben und die Anderen die immer nehmen. Die oft angepriesene „Couchsurfer-Mentalität", die das Ganze aus purer Menschenliebe anbietet und dessen Herzen rein wie die Haut eines Neugeborenen ist, gibt es wohl nicht. Aber es gibt eine ganze Menge netter Leute, die ihren ganz persönlichen Profit aus der Sache ziehen. Die einen haben vielleicht ein enges Budget und suchen gleichzeitig Anschluss zu Einheimischen, die anderen sind einsam, können selbst nicht reisen und wünschen sich etwas Trubel in ihrer Wohnung. Neben den offenen und jungen Hippietypen gibt es auch die netten Omis, die sich einfach ein bisschen Gesellschaft wünschen und einen im Gegenzug versorgen. Oder man findet sich plötzlich am Abendessenstisch einer Großfamilie wieder und hilft Klein-Michael beim Essen.

Wie funktioniert Couchsurfing?

LK-couchsurfing-1Der Ablauf ist ganz einfach. Man meldet sich auf Couchsurfing.org an und erstellt ein Profil, ähnlich wie bei Facebook. Das Profil für Hoster und Surfer sieht dabei gleich aus, denn das Konzept ist ja eigentlich, dass jeder Surfer nach Ende seiner Reise zum Hoster wird.
Ob man aktuell Hoster oder Surfer ist, lässt sich an der Statusanzeige sehen. Man kann seinen Status ganz einfach von „Ich reise gerade" zu „ich habe eine freie Couch" oder „ich bin offen für spontane Treffen" ändern.
Man kann Bilder von sich, seinen Reisen und dem anzubietenden Schlafplatz hochladen.

Die Profile sind sehr textlastig und sollen Fragen beantworten wie: „Was sind meine Interessen? Was erwarte ich mir vom Leben? Was halte ich von dem CS Konzept und welche Art von Menschen mag ich am liebsten?".
Man sollte dabei ehrlich und etwas kreativ sein. Schließlich erhofft man sich Leute zu treffen, mit denen man auf der gleichen Wellenlänge ist und die einen interessant genug finden, dass sie einen aufnehmen.
Ähnlich wie bei eBay läuft alles über Bewertungen. Leute, mit denen man auf CS „befreundet" ist, können einem eine Referenz schreiben, ebenso diese, bei denen man übernachtet hat/die bei einem übernachtet haben. Wer keine positiven Referenzen vorzuweisen hat, wird Probleme haben, einen Schlafplatz zu finden. Schließlich möchte man den Menschen, die man in sein Heim einlässt, vertrauen können.

Ist das Profil erstellt, kann es losgehen mit dem Surfen. Den Wunschort in die Suchleiste eingeben und sich durch die angezeigten Profile lesen. Wird man fündig, verschickt man eine Anfrage an den Hoster. Idealerweise liest man sich die Profile der Anbieter genau durch und sucht sich jemanden aus, mit dem man sich wahrscheinlich gut versteht. Viele verschicken aber einfach nur wahllos Anfragen. Wer das als Hoster nicht will, kann ganz einfach einen Trick in sein Profil einbauen. Z.B. Irgendwo im Profil schreiben: „Meine Lieblingsfarbe ist blau. Ich akzeptiere nur Anfragen, in der Leute ihre Lieblingsfarbe in den Betreff schreiben." Sind die Anfragen verschickt, muss man nur noch warten bis sich jemand meldet.

Was am Ende bei dem Ganzen rauskommt, ist etwas ganz Tolles. Man wohnt bei fremden Menschen, Einheimischen, die Interessen teilen und die Heimat zeigen können. Man hat einen sicheren Schlafplatz und Gesellschaft. Meistens kocht man als Dankeschön ein Abendessen für seine Gastgeber oder bringt etwas aus der eigenen Heimat mit. Am Ende verlässt man schweren Herzens eine Couch und das Zuhause von Freunden.
So läuft es im Idealfall ab.

Auf meinen Reisen in Australien und Neuseeland ist es mir so ergangen. Meist waren die Leute bei meiner Ankunft arbeiten und haben mir eine Nachricht und den Ersatzschlüssel hinterlassen. So ein Vertrauen hat mich erst einmal umgehauen. Bereit standen oft ein frisch gemachtes Bett oder eine Schlafgelegenheit auf dem Sofa und Handtücher im Bad. Die meisten „Hoster" haben schon vielen Reisenden ihr Sofa zur Verfügung gestellt und sind bestens ausgerüstet.

Zurück in Deutschland habe ich mich auch direkt im Hosten (Aufnehmen) von Leuten getestet. Auch dabei waren meine Erfahrungen ebenfalls durchweg positiv. Meist hatte ich nicht viel Zeit, um den Leuten die Umgebung zu zeigen, aber wenn man das vorher deutlich macht, melden sich auch nur Leute, die darauf keinen Wert legen.
Sie sind sauber und höflich, nutzen das Bett und das Bad und bringen meist eine Kleinigkeit mit. Viele schreiben einem im Vorfeld ehrlich. „Ich suche nur einen günstigen Schlafplatz, um auf Wohnungssuche zu gehen." Und das ist doch auch okay. Hat man Platz in seiner Wohnung und gerne Menschen um sich, mit denen man sich bei einem Kaffee nett unterhalten kann, ist doch nichts daran auszusetzen.

Mittlerweile umfasst das Couchsurfing-Netz mehr als 4 Millionen Mitglieder in über 80.00 Städten auf der ganzen Welt (Stand 2011). Seit 2011 ist CS eine Benefit Cooperation, um die Finanzierung der Seite durch Investoren zu ermöglichen. Die CS-Gemeinschaft ist gigantisch geworden. In großen Städten gibt es mittlerweile regelmäßige Treffen von Surfern und Hostern und die Seite vermittelt auch Aktivitäten und Reisepartner.

Kritik und was zu beachten ist

LK-couchsurfing-2Es kann natürlich auch anders laufen, denn niemand überprüft die eingetragenen Mitglieder. In den letzten Jahren stand das Couchsurfing-Unternehmen sehr in der Kritik. Es soll wohl auch einen bekannten „Surfer" geben, der sich quer durch Deutschland stielt. Er ist unter mehreren Profilnamen eingetragen, nistet sich bei Leuten ein (manchmal sogar für Monate) und verschwindet dann irgendwann mit Wertgegenständen oder Kontodaten.
Auch bekommt man als allein reisende Frau bisweilen fragwürdige Angebote, doch man muss auf so etwas ja nicht eingehen. Wer sich absichern will, surft nur zu zweit auf fremden Couchen und teilt vorher immer einem Außenstehenden Name und Adresse mit.

Nie wurde mir etwas gestohlen oder war ich in Gefahr. In Hostels hingegen wurde mir des Öfteren etwas geklaut und vor sexuellen Übergriffen ist man auch dort nicht geschützt. Es ist wie immer: Vertrauen ja, Naiv sein nein. Wenn jemand in seinem Profil angibt, er möchte nur allein reisende, blonde 20-jährige Mädchen hosten, hält man sich besser fern von dieser Couch.

Seit September 2011 hat das Netzwerk neue Nutzungsbedingungen veröffentlicht, die das Unternehmen in Verruf brachten. Laut den neuen AGB erlauben die Mitglieder den Betreibern alle Daten (Name, Alter, Fotos etc.) an Dritte weiterzugeben und diese unbegrenzt und für alle Zeit kostenlos und ungefragt zu verwenden. Sie behalten sich weiterhin vor, die AGB jederzeit zu ändern, ohne ihre Nutzer darauf hinzuweisen. (Quelle: dan Terms of Service: Didn't read, Projekt das die AGBs von Onlinediensten liest und bewertet).
Fast jeder Reisende besitzt heutzutage einen Facebook- und Twitteraccount und ist auf unzähligen Plattformen angemeldet. Wer sich da noch um die Freigabe seiner Daten sorgt, hat bis dato etwas verpasst.
Couchsurfing CEO Tony Espinoza äußerte sich auf eine Anfrage der ZEIT ONLINE zu diesen Umständen folgendermaßen: Um Betrugsversuche aufzudecken sei es notwendig, Inhalte von bereits gelöschten Profilen zu speichern, um sie mit neuen verdächtigen Profileröffnungen vergleichen zu können. CS wolle seine Nutzer nicht über jede kleine Änderung in seinen Nutzungsbedingungen informieren müssen und sie würden sich natürlich trotzdem den Safe-Harbour-Regeln unterwerfen und grundlegende Prinzipien der EU-Datenschutzrichtline 95/46/EG befolgen. Mitgliederdaten würden niemals für Werbezwecke verwendet oder verkauft.
(Eigene Recherche und Quelle: Zeit.de)

Man mag diesen Aussagen Glauben schenken oder nicht, aber jeder Internetnutzer mit Profilen auf diversen Internetplattformen und –Netzwerken weiß, dass seine Daten für immer im Netz herumschwirren werden und gibt sicherheitshalber nicht alles über sich Preis. Fotos, die man veröffentlicht, sollte man weise auswählen. Und jeder kennt das Problem. Ich suche nach Schuhen bei Zalando und kurz darauf erscheint auf meiner Facebook-Seite eine Werbung für die neuste Winter-Schuhkollektion. Man sollte sich also gut überlegen, welche Informationen man auf seinem CS Profil freigibt, doch so verhält es sich mit allen Internetplattformen.

Couchsurfer sollten nicht zimperlich sein, denn man weiß selten, was einen erwartet. Es kann ein Gästezimmer mit Meerblick sein, oder eine Isomatte auf dem Boden eines Baumhauses. Aber es geht um die Erfahrung, um den Austausch von verschiedenen Kulturen und nicht um einen günstigen Hostelersatz.

Fazit

Die Idee für das Konzept finde ich unglaublich. Es ist eine wunderbare Erfindung, um Menschen zusammenzubringen, Vorurteile zu beseitigen und einen Eindruck von fremden Kulturen zu bekommen. Und nebenbei spart der bewusste Reisende auch noch Geld.
Beim Couchsurfing habe ich die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Wie ihre Couchen, waren die einen sehr bequem und die anderen eher nicht. So sind die Menschen, so ist das Leben. Eine wunderbare Gelegenheit, das Leben von all seinen Seiten kennenzulernen.

Links und Alternativen zu Couchsurfing

Wer sich mit diesen Bedingungen nicht anfreunden kann, findet genug Alternativen im World Wide Web.
Manche Organisationen verlangen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Ob dieser Beitrag das Netzwerk jedoch sicherer macht ist fraglich. Es gibt aber auch genügend kostenfreie Alternativen.

Organisationen ohne Mitgliedsbeitrag:

 Couchsurfing
 BeWelcome
 Hospitality Club
 GlobalFreeloaders

Sonstige Alternativen die mit einem Beitrag verbunden sind:

 Haustausch - hier werden ganze Häuser/Wohnungen getauscht
 Friedensorganisation Servas
Nur für Frauen: WWWWW (Women Welcome Women World Wide)

Erfahrungsberichte zum Couchsurfing:

 Unterwegs in fremden Betten (FAZ.net, 2012)
 Ein Fall für die Couch (Zeit.de, 2008)

© Fotos: Konrad Langer (ganz oben); Laura Kluth

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