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Luke und das Auge des Gesetzes
Ein 6jähriger auf Weltreise
- Eine Geschichte von Sabine Hopf -

 
“Ich bin fünf,” sagte der kleine Junge und hatte seinen Blick starr auf den Boden gerichtet. Der Beamte der städtischen Monorail Schwebebahn in Sydney lächelte: “Du bist wohl nicht von hier, was?”
Der Junge schüttelte den Kopf: “Nein, ich komme aus Deutschland. Und eigentlich,” er zögerte, “bin ich auch nicht fünf, sondern eigentlich schon sechs. Aber meine Tante sagt ich soll sagen, ich bin fünf, dann brauche ich kein Ticket für die Bahn.”

LukeDer kleine Junge war mein Neffe Luke und die Tante - das war ich.
Irgendwo musste es in diesem Moment ein kleines Loch geben, in das ich mich verkriechen konnte. Meine Hand, in der ich Lukes Hand hielt, schwitze und mein Gesicht lief rot an.
“Das ist schon okay,” sagte der Beamte lächelnd. “Du siehst ja aus wie fünf, also kannst Du auch umsonst Monorail fahren.”
Etwas betreten lächelte ich auch.

Eigentlich waren wir ein gutes Team, Luke und ich. Wir reisten für zwei Wochen durch Australien und Luke erklärte jedem, der es hören wollte: “Das ist meine Tante. Sie passt auf mich auf, weil mein Vater am Riff tauchen gegangen ist. Kleine Kinder dürfen da nicht mit.”
Mit Luke zu Reisen war angenehm. Angenehmer als mit so manchem Mann meines Alters. Wir frühstückten bei McDonalds, wir aßen Lunch bei McDonalds und abends ..... abends dinierten wir oft auch bei McDonalds. Wir besuchten die “Star Trek”- Ausstellung im Powerhouse von Sydney, nahmen das russische U-Boot im Maritime Museum an den Rocks von innen und außen genau unter die Lupe und ließen in unserem First-Class-Hotel - bezahlt von Papa - am Cirular Quay “die Puppen tanzen”: Fernsehen bis die Augen zufielen, den Zimmerservice auf Trab halten und so spät aufstehen, dass das Zimmermädchen noch einmal wiederkommen musste.

Nach ein paar Tagen fuhren wir mit der Bahn Richtung Norden.
In Macksville wollten wir meinen Freund Henry besuchen.
“Wieso sprichst du so gut Englisch,” fragte Henry?
Stolz stemmte Luke die Arme in die Hüften: “Meine Mami ist aus England. Ich bin halb halb. Halb Engländer und halb Deutscher!”

LukeMacksville ist eine Kleinstadt und viel ist dort eigentlich nicht los. Samstags jedoch ist Pub-Abend und die halbe Stadt trifft sich dort, um zu quatschen, die Nachbarn zu treffen und Spaß zu haben.
An einem Samstag gingen wir auch hin: Luke und ich. Und Henry natürlich, und ein paar Freunde, und Kinder der Freunde. Luke war mit Abstand der Jüngste, aber das störte ihn nicht.
Wir parkten Henrys Auto auf dem Parkplatz neben dem Pub und Nancy lotste uns an einen Picknicktisch im Garten.
“Was wollt ihr haben?” fragte sie, nachdem wir uns um den Tisch verteilt hatten. “Ich gehe rein und bestelle.”
“Ich komme mit und helfe tragen,” erklärte Luke und sprang auf.
“Nein, ähm, das geht nicht.” Nancy wurde verlegen und kratzte sich am Hinterkopf.
Luke schaute skeptisch: “Wieso denn nicht?”
Während Nancy sich alleine zur Bar aufmachte sah Henry Luke an: “Weißt Du Kleiner, das ist so: Pubs sind nur was für Große. Nicht für Kinder. Hier in Australien dürfen Kinder nicht in einen Pub. Das ist einfach, ähm, .... verboten.”
“Verboten? So ein Quatsch,” erklärte Luke und wurde ungehalten. “In Deutschland dürfen Kinder überall rein, wenn ein Erwachsener dabei ist.”
“Ja,” erwiderte Henry, “aber hier in Australien geht es nun mal nicht.”
Luke schaute immer noch sehr ungläubig. Dann sah er mich an und stand auf: “Das glaube ich nicht. Ich geh` mal rein fragen.”
Ich grinste. Das war Luke wie ich ihn kannte. Mit einer einfachen Erklärung gab er sich nie zu Frieden.
Luke ging festen Schrittes um den Tisch herum, stieß die Tür zum Pub auf und trat ein. Ich folgte ihm.
Zuerst stand er da und blickte sich um. Im Pub war es voll und laut. Viele Menschen standen mit Biergläsern in der Hand herum und unterhielten sich. Irgendwo im Hintergrund dudelte laute Musik. Es roch nach Alkohol und Tabaksqualm. Ich stand hinter Luke und wartete darauf, was er als nächstes tun würde. Schließlich ging er los. Mit energischen Schritten hielt er Kurs Richtung Tresen. Dort angekommen blieb er stehen, legte beide Hände auf die Theke und sah hoch. Die Theke ragte mindestens eine weitere Kopfhöhe über ihn hinaus. Er konnte weder auf sie, geschweige über sie sehen.
“Excuse me, Sir,” rief er dem Barkeeper zu, der eifrig Bier zapfte.
“Excuse me, Sir,” wiederholte Luke.
Der Barkeeper drehte sich nach rechts und links, wieder nach rechts, wieder nach links und entdeckte schließlich den kleinen Knirps genau vor sich, der mit der Nasenspitze kaum an die Theke reichte.
Etwas verwirrt fragte er: “Ja Sir, was kann ich für Dich tun?”
Luke stellte sich auf die Zehenspitzen, um noch einige Zentimeter Richtung Barkeeper herauszuholen und sagte: “Stimmt es, ich meine ....., ist es richtig, Sir, dass Kinder hier nicht reindürfen?”
Er hatte all seine vorhandene Seriosität in diese Frage gesteckt und versucht, sein bestes britisches Englisch aufzulegen.
Der Barkeeper lachte: “Ah, ein kleiner Englishman. Willkommen in Macksville, Sir.”
“Ich bin kein Englishman,” erwiderte Luke energisch und schüttelte den Kopf. “Ich bin halb halb.”
“Okay, dann eben halb Englishman,” sagte der Barkeeper. “Es tut mir leid, aber es ist wahr. Es ist für die Kinder hier verboten, sich in einem Pub aufzuhalten.”
Luke nickte: “Okay. Ich bin aber Tourist. Ich komme aus Deutschland und .... ähm ... das gilt dann nicht für mich. Ich wohne ja hier nicht. Ich meine ... ähm ... nicht richtig. Nur so für ein paar Tage.”
Der Barkeeper schien sichtlich verwirrt. Schließlich lächelte er, sah erst mich und dann Luke an: “Okay, für clevere kleine halbe Englishman mache ich mal eine Ausnahme. Wenn Du mir versprichst, Dich ganz unauffällig in eine Ecke zu setzen und Dich vor allem unter dem Tisch zu verstecken, wenn ein Polizist reinkommt, dann kannst Du heute mal hierbleiben.”
Luke grinste von einem Ohr zum anderen, bedankte sich und trottete wieder nach draußen.
“Also,” erklärte er, als wir wieder an unserem Tischchen im Garten saßen. “Ich darf nachher auch drinnen sein. Ich habe gefragt.”
Alle sahen mich an. Ich grinste und nickte: “Ja, er hat Recht. Er darf rein.”

Als es draußen kälter und ungemütlich wurde, zogen wir nach drinnen um. Wir fanden einen großen Stehtisch in einer Ecke mit einigen Barhockern und stellten unsere Gläser ab.
“Ich sitze hier,” erklärte Luke. “Von hier kann man mich fast nicht sehen.” Er hatte die Ecke des Tisches gewählt und duckte sich auf seinem Barhocker.
Kurz darauf begann im Nebenraum eine Band zu spielen und es wurde lauter.
Eine junge Bedienung kam an unseren Tisch: “Hallo Leute, wollt ihr ein paar Raffle-Lose kaufen?”
“Raffle-Lose?” fragte ich. “Was ist denn das?”
Die Bedienung lehnte sich zu mir über den Tisch und brüllte in die Runde: “Nun, für einen Dollar kann man ein Los kaufen. Es gibt was zu gewinnen. Nachher ist die Verlosung.”
“Au ja,” rief Luke und kramte in seiner Hosentasche.
Luke und ich hatten vereinbart, dass er jeden Tag 5 Dollar Taschengeld bekam. Dieses Geld war für Extraausgaben wie Eiscreme, Spielzeug und sonstigen Kram, den ein 6jähriger für erwerbenswert hielt, vorgesehen.
“Ich nehme ein Los,” erklärte Luke und streckte der Bedienung einen Dollar entgegen.
Ich kaufte zwei Lose, Henry ebenso. Auch die anderen deckten sich mit Losen ein.
“Wann ist die Verlosung?” fragte Henry.
Die Bedienung steckte die Dollars in eine Geldtasche und antwortete: “Irgendwann später. Weiß nicht genau!”

Es wurde spät. Die Band spielte einen harten Rocksong nach dem anderen, die Gäste wurden immer betrunkener und Luke .... immer müder. Mittlerweile häuften sich seine Gähner und ich fragte: “Luke, wollen wir nicht lieber nach Hause gehen? Du kannst ja Deine Augen kaum noch aufhalten!”
Energisch schüttelte er mit dem Kopf: “Nein, nein. Ich bin gar nicht müde.” Dann erhob er sich von seinem Barhocker und rief durch den Pub: “Bedienung!! Hallo, Bedienung!”
Die nette Kellnerin kam zu unserem Tisch und schaute Luke an: “Ja, junger Mann?”
“Noch eine Cola bitte und ..... wann ähm ... wann ist denn nun endlich die Verlosung?” Man spürte, dass er ungeduldig wurde.
“Kann nicht mehr lange dauern, Kleiner!”
Wir schlenderten zum Nebenraum und sahen der Band zu. Aber Luke war es zu laut. Musik fand er gut, aber laute Musik hasste er.

Endlich stoppte die Musik und der Barkeeper hinter dem Tresen sprach in ein Mikrophon: “Hallo liebe Gäste. Nun ist es endlich soweit. Die Ziehung kann beginnen.”
Die Gäste zerrten ihre Losabschnitte aus Hosentaschen und Geldbörsen und warteten gespannt. Auch Luke. Er glättete sein Los noch einmal sorgfältig und legte es vor sich auf den Tisch.
Der Barkeeper griff in eine kleine, durchsichtige Lostrommel und verkündete ins Mikrophon: “Den 3. Preis, einen 12er-Pack Victoria Bitter hat gewonnen .... die Los-Nummer 110. Wer hat die Nummer 110?”
Luke schüttelte den Kopf: “Bin ich nicht. Ist auch egal. Ich trinke ja gar kein Bier!” Alle an unserem Tisch lachten.
Wieder griff der Barkeeper in die Lostrommel: “Der 2. Preis, ein supertolles Sweat-Shirt der Größe XXL hat gewonnen .... die Nummer 35. Wer hat die Nummer 35?”
Wieder meldete sich unter Gejohle irgendein Gast, der zur Theke ging und seinen Preis entgegennahm.
“Ist ja doof,” sagte Luke enttäuscht. “Das T-Shirt hätte ich für Papa mitbringen können.”
Mittlerweile hatte er sein Los vor Aufregung zu einem kleinen Würstchen gerollt und sah mich traurig an.
Der Barkeeper griff ein letztes Mal in die Lostrommel. Es wurde ruhiger im Raum. Alle lauschten gespannt. Luke rollte sein Los-Würstchen zwischen den Fingern.
Ein Tusch ertönte. “Meine Damen und Herren,” rief der Barkeeper und strahlte. “Der Gewinner des 1. Preises, eines Barbecue-Tabletts mit einer großen Auswahl an Rumpsteaks, Lammkoteletts, Rippchen und jeder Menge Würstchen im Werte von 150 Dollar ist die ....” er las das gezogene Los vor, “.... die Nummer 77! Wer hat die Nummer 77?”
Allgemeines Gemurmel. Ich sah auf meine Lose. Nichts. Henry sah auf seine Lose. Auch nichts. Luke versuchte, sein Los auseinanderzurollen und schnipp ..... war es davongeflogen.
“Die Nummer 77,” rief der Barkeeper erneut. “Wer hat die Nummer 77?”
“Verdammt”, rief Luke und sprang von seinem Barhocker auf. “Jetzt ist das blöde Los weggeflogen.” Er verschwand unter dem Tisch.
“Hat denn niemand die Nummer 77?” wieder rief der Barkeeper in die Runde. Mittlerweile waren fast alle Lose der Gäste auf dem Boden gelandet und man wandte sich wieder Bieren und Gesprächen zu.
”Hier!” schrie plötzlich jemand unter unserem Tisch. “Hier, ich ... ich, hier ist die Nummer 77! Au, aua!!”
Luke kam, sich den Kopf reibend endlich unter dem Tisch hervor, warf fast einen Barhocker um und rannte zur Bar.
Strahlend präsentierte er sein Los: “Hier ist die Nummer 77, Sir!”
Der Barkeeper schüttelte lachend den Kopf: “Na das gibt's doch nicht. Unser kleiner Englishman hat den 1. Preis gewonnen.”
Luke strahlte, als er ihm das riesige Tablett mit dem frischen Fleisch, gut eingepackt in Zellophanfolie, über den Tresen reichte und in die Arme legte. Alle Gäste des Pub sahen ihn an, einige klatschten, andere lachten.
“Gut gemacht, junger Mann!” rief jemand.
“Whow,” sagte Luke, drehte sich um und kam mit dem Tablett, dass er kaum tragen konnte auf unseren Tisch zu.
Henry nahm ihm das schwere Tablett aus dem Arm: “Mensch Luke, dann kannst Du uns ja alle morgen zu einem Barbecue einladen? Oder willst Du das alles alleine aufessen?”
Luke schüttelte den Kopf: “Okay, die Steaks will ich, ihr könnt die Würstchen haben.” Wir lachten.
“Überhaupt kein Problem,” erklärte Henry. “Du isst die 10 Steaks und wir die Würstchen.”
“Ich glaube wir sollten jetzt gehen,” sagte ich und Luke nickte: “Ja, jetzt können wir gehen.”

Die Gruppe machte sich zum Parkplatz auf. Im Kofferraum verstauten wir Lukes Fleisch und stiegen ein.
Wie so oft musste ich fahren. Da ich überhaupt nie Alkohol trank, war ich daran gewöhnt, Leute nach Hause fahren zu müssen.
Im Wagen war es etwas eng. Henry saß mit Luke auf dem Schoß neben mir auf dem Beifahrersitz. Unsere vier Freunde quetschten sich hinten auf die Rückbank.
“Aber anschnallen!” ermahnte ich Henry.
“Geht nicht!” erklärte er. “Luke und ich sind zusammen zu dick für den Gurt. Aber es ist nicht weit. Nur drei Strassenblöcke.”
So ganz geheuer war mir die Sache nicht. Nicht nur, dass Luke nicht angeschnallt war, nein, im Wagen verbreiteten sich in Windeseile die Alkoholfahnen der anderen, so dass es mir fast den Atem nahm. Außerdem hatten Henry und zwei unserer Freunde ihre Bierdosen nicht ausgetrunken und sie einfach mit in den Wagen genommen. Jetzt nippten sie ausgelassen daran und erklärten, dass ich doch endlich losfahren sollte.
Etwas verärgert lenkte ich den Wagen vom Parkplatz. Was sollte ich tun? Die Säufer aus dem Wagen werfen? Aber es war ja nicht mein Wagen.
Ich war kaum 10 Meter vom Pub entfernt, als hinter mir eine Sirene ertönte. Im Rückspiegel sah ich das blaue Blinklicht einer Polizeistreife, die verdammt nah auffuhr.
“Pull over!” rief Henry.
Pull over, dachte ich? Was heißt denn das? Das Wort kannte ich nur im Zusammengang mit Strickwaren. Mir war völlig unklar was ich tun sollte. Obwohl ich seit 20 Jahren ein Auto hatte, war ich noch nie von einer Polizeistreife angehalten worden. Außerdem, war es nicht so, dass Polizisten das verdächtige Auto überholten und eine Kelle aus dem Wagen hielten? Oder die modernere Variante, dass eine Aufschrift wie “Anhalten” oder “Stop” auf ihrer Blinkanlage erschien?
“Pull over, pull over!” brüllte Henry wieder.
Also gut. Ich lenkte den Wagen an den Straßenrand.
Wie ich es in amerikanischen Filmen duzende Mal gesehen hatte, legte ich brav meine Hände auf das Steuerrad und wartete. Es dauerte kaum eine Minute und ein Polizist erschien an meinem Wagenfenster. Mit zitternden Händen kurbelte ich es herunter.
“Ja?” fragte ich.
“Guten Abend, MaŽam,” sagte der Polizist sehr freundlich. “Auf der Heimfahrt?” Ich nickte.
“Haben sie etwas getrunken?”
Ich schüttelte den Kopf: “Ich trinke keinen Alkohol!”
Der Polizist grinste: “Ja klar, MaŽam. Darf ich mal ihren Führerschein sehen?”
Ich zog meinen uralten deutschen Führerschein aus der Hosentasche und sagte: “Der ist aber in deutsch.”
“Das macht gar nichts,” erwiderte der Polizist, immer noch sehr freundlich.
Er faltete den zerfledderten Lappen schnell auseinander und gleich wieder zusammen.
“Vielen Dank. Darf ich sie jetzt bitten einen tiefen Atemzug zu nehmen und in dieses Gerät zu blasen!” Er hielt mir einen kleinen weißen Kasten mit einem Röhrchen obenauf unter die Nase.
Ich sollte in ein Röhrchen blasen? Merkte er denn nicht ....? Nein, wie sollte er? Aus dem Wagen musste ein derartiger Alkoholgeruch strömen, dass er sich sicher war: Die war genauso betrunken wie die Herrschaften, die auf der Rückbank mit ihrer Bierdose in der Hand vor sich hin lallten.
Ich holte Luft, blies und gab ihm das kleine Gerät zurück.
“Danke MaŽam,” sagte er und schaute auf das Gerät.
Stille. Zwei Sekunden, drei Sekunden vergingen. Immer noch starrte der Polizist auf die Anzeige seines Gerätes. Schließlich schüttelte er es und sah wieder auf die Anzeige. Dann sah er mich an. Dann wieder das Gerät. Aus seinem Gesicht war die Freundlichkeit gewichen. Verwirrung machte sich breit.
Schließlich unterbrach Luke die Stille: “Sind wir jetzt verhaftet, Sir?” fragte er freundlich.
Endlich fand der Polizist seine Sprache wieder: “Nein, ähm, nein, nein. Vielen Dank. Sie können weiterfahren.”
Als ich wieder auf die Straße lenkte, sah ich noch einmal in den Rückspiegel. Immer noch stand der Polizist mitten auf der Strasse und starrte auf sein Gerät.
“Das hat der noch nicht erlebt,” sagte Henry grinsend. “Jemand kommt aus einem Pub und das Ding zeigt Null Komma Null Null an. Da hat er in seinem Schock doch ganz vergessen, uns wegen unserer Vergehen eine Anzeige zu verpassen.”
“Anzeige?” fragte ich, obwohl ich genau wußte was er meinte.
Henry grinste noch breiter: “1. Kinder müssen immer hinten sitzen, 2. bin ich nicht angeschnallt, 3. dürfen hinten nur 3 Leute sitzen und 4. ist der Konsum von Alkohol im Auto verboten. Puh, da haben wir doch glatt 300 Dollar gespart.”
“Mann, haben wir dann heute aber viel Geld gespart,” sagte Luke. “Fleisch für ein Barbecue umsonst und 300 Dollar! Whow!” Er verschränkte die Arme und lächelte zufrieden.

© Text Sabine Hopf / Foto oben Sandra Stargardt

 

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aktualisiert am: Donnerstag, 1. Mai 2008