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Den Effekt des "Drei-Monats-Syndroms" kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut.
Meine Devise dazu: "Nimm es locker". Ich mache mir schon lange keine genauen Programme mehr, was ich wann anschauen will, sondern nehme es wie es kommt. Das heisst natürlich nicht ohne Plan und Ziel.
Sightseeing-Tours In einer Stadt mache ich eine Sightseeing-Tour damit ich weiss, was es überhaupt gibt. Ich habe dann eine Art "Inhaltsverzeichnis" der Stadt und gehe dann nur noch dorthin, wo es mich wirklich interessiert.
Alltägliche Aktivitäten Wenn man lange unterwegs ist sollte man sich nicht scheuen, ganz normalen Alltagstätigkeiten nachzugehen. Ich sitze z.B. in Cafés und lese; ich surfe einen Morgen lang im Internet Cafe, ohne dass ich an der Reise weiter plane; ich streife durch ganz normale Shoppingcenter etc..
Keine Angst haben, dass man etwas verpasst. Auch der Alltag gehört zum besuchten Land.
Fremde Kulturen / Fremdes Essen Bei einem längeren Arbeitsaufenthalt in Indien kann es durchaus vorkommen, dass man Lust hat einmal etwas westliches zu Essen. Ich habe mir nie Zwang angetan und mir eine Zeit lang regelmässig einen Teller feine Barilla-Teigwaren in einem Fünf-Sterne-Hotel in Calcutta geleistet!
Ich habe das Gefühl, dass das Drei-Monats-Syndrom, je mehr Reisen man schon gemacht hat, desto früher auftritt. Das schlimmste aber ist die Angst davor. Heute habe ich keine mehr, sondern akzeptiere, dass sich meine Interessen während der Reise plötzlich ändern können. Ich kenne viele Interrailer, die einmal mit dem Plan ans Nordkap zu gelangen losgefahren sind und Schlußendlich an den Stränden von Spanien endeten!
Das Drei-Monats-Syndrom passt mit Seekrankheit und Höhenkrankheit in die selbe Kategorie von Dingen, vor denen auch Profis nicht gefeit sind. Man muss sich mit ihnen arrangieren. Das Drei-Monats-Syndrom passt auch mit Lampenfieber in eine Gruppe: Es wird schlimmer, je häufiger man in die Situation kommt. Viele wissen nicht, dass Lampenfieber - die Nervosität vor einem Auftritt - bei Schauspielern mit steigendem Erfolg ansteigt und nicht etwa zurückgeht. Es ist die Angst vor dem Versagen während eines Auftritts.
Das ist auch die Ursache des Drei-Monats-Syndroms: Man hat Angst den mühsam errungenen und ersparten Urlaub nicht richtig zu nutzen und fühlt sich dadurch extrem schlecht. Für mich ist es in dieser Situation wichtig, den Erwartungsdruck an mich wegzunehmen. Dies ist einfacher gesagt als getan und nimmt einige Tage in Anspruch. Habe ich einmal diese Phase durchgestanden öffnet sich dahinter meist etwas ganz neues unerwartetes, das ich zu Beginn des Urlaubs nie vorausgeahnt hätte.
http://homepage.swissonline.ch/Christener/Australi.htm Zwei Reiseberichte: einer über Westaustralien, der andere über eine Reise im Osten, bei der wir am Schluss durch das Simpson Desert gefahren sind. Bei beiden Reisen sind wir mit einem Geländewagen unterwegs gewesen.
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