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Der Inlander: Unaufdringlich und authentisch Zugegeben: Auf Touristen ist der Zug „The Inlander“ nicht zugeschnitten und wird von Queensland Rail viel weniger beworben als der bekanntere „Spirit of the Outback“. Eher unbemerkt fährt der Zug zweimal die Woche seine 20-stündige Route von Townsville an der Ostküste in die 900 km entfernte Bergbaustadt Mount Isa. Angeblich sollte er zeitweilig sogar ganz aus dem Betrieb genommen werden – ein „sehr politischer Zug“, wie mir der Schaffner unterwegs erzählt. Aber gerade deswegen ist eine Fahrt mit dem Inlander für Ausländer um so interessanter. Eben weil dem Zug und seiner Route kein bestimmtes Image aufgedrückt wird, hat man die Chance, eine sehr authentische Seite Australiens zu entdecken. Bergbau und Landwirtschaft im Hinterland von Queensland zählen zu den wichtigsten Industriezweigen des Staates und das inmitten der spektakulären Selwyn Ranges gelegene Mount Isa bildet das Zentrum dieser Wirtschaftsregion. Den meisten ausländischen Besuchern bleibt diese bedeutende Seite Australiens verborgen.
Wer es dennoch wagt vom üblichen Touristenpfad abzuweichen und in den Inlander zu steigen, den fährt der Zug entlang des geschichtsträchtigen „Overlander’s Way“/ Flinders Highway direkt ins Herz des Kontinents. Schon vor hundert Jahren trieben die Viehtreiber ihre Herden auf diesem Weg vom tiefsten Inland des Northern Territory an die Küste. Das Flair dieser alten Tage umgibt auch heute noch die malerischen Outback-Dörfer, welche der Zug durchquert. Nicht zu vergessen die spektakuläre Natur Australiens, die sich unterwegs bewundern lässt: endlose Ebenen, Felsschluchten, Bergzüge; und mit ein wenig Glück entdeckt man Kängurus, Emus und andere Wildtiere.
Der Inlander – vor allem ein Zug für „locals“ Touristen verirren sich eher selten auf den Inlander – und wenn, dann handelt es sich vor allem um Backpacker, die auf einen gut bezahlten Job in Mount Isa hoffen. Die meiste Zeit transportiert der Zug „locals“, darunter vor allem Schulkinder der Boarding Schools an der Ostküste, die über die Ferien heimfahren. Mein Sitzabteil habe ich lediglich mit einer Handvoll anderer Passagiere geteilt. Unangenehm ist das nicht. Ein Großteil der Fahrt verläuft bei Nacht und wer schon einmal in einem der überfüllten Züge zwischen Cairns und Sydney gesessen hat, wird die Ruhe an Bord des Inlander zu schätzen wissen.
Laut Schaffner schwanken die Passagierzahlen aber sehr stark – für die Rückfahrt nach Townsville wurden angeblich sehr viel mehr Tickets verkauft. Die meisten Personen transportiert der Zug im australischen Winter zwischen April und September, wenn die Temperaturen im Outback moderater sind.
„Praktische Schlichtheit“ statt Deko-Protz Entsprechend seiner geringeren Passagierzahl ist der Inlander auffallend kürzer als die meisten anderen australischen Züge. Eine nostalgische Einrichtung oder Deko, an der sich insbesondere Touristen ergötzen könnten, sucht man vergeblich. Es gibt nur einen Speisewagen, in dem Snacks, Erfrischungen und größere Mahlzeiten verkauft werden. Die Sitzgelegenheiten dort sind aber gemütlich und sehr sauber gehalten.
Ich persönlich habe den Inlander als angenehm unaufdringlich empfunden. Selbst das Personal wirkt „nüchterner“, was aber keinesfalls mit unfreundlich gleichgesetzt werden darf, im Gegenteil. Der Inlander ist einfach ein praktischer Zug, der seine Aufgabe „ohne viel Schnickschnack“ erfüllt.
Reiseoptionen Unter den vier verschiedenen Reiseoptionen ist ein Platz im Sitzabteil die günstigste Wahl (Economy Class Seat **). Die Sitze sind groß und geräumig, bieten ausreichend Beinfreiheit und liegen in Fahrtrichtung. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Sparfüchse, die trotzdem einigermaßen gemütlich reisen wollen: Es gibt keine Mittellehne zwischen zwei Sitzen, so dass man die Nacht sehr bequem im Liegen verbringen kann (Tipp: aufblasbares Kissen mitbringen). Voraussetzung ist natürlich, dass der Nachbarsitz frei bleibt, wofür die Chancen aber wegen der erwähnten geringeren Passagierzahl gut stehen. Alle Sitze haben Leselicht, eine verstellbare Rückenlehne, Klapptische und Gepäckfächer. Die Sitzabteile teilen sich jeweils ein Bad mit Toilette.
Für den größeren Geldbeutel stehen drei verschiedene Typen von Schlafkabinen zur Wahl: Am preiswertesten ist ein Bett in einer Dreierkabine (Economy Class Triple Sleeper **). Außerdem gibt es noch die First Class mit einem Bett in einer Doppel- (First Class Twin Sleeper **) oder einer Einzelkabine (First Class Single Sleeper, optional mit einem Kind unter vier Jahren **). **) Aktuelle Preise bei Buchung in Deutschland: zur Buchung
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