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Gerade in Broome angekommen, nach 6 Monaten Backpacken und 9 Tagen auf einer Outbacktour durch die Kimberleys war mir der Gedanke an erneutes Backpacken und dem damit verbundenen Zimmern teilen ein wahrer Graus. Somit überschlug ich kurz mein Budget und beschloss mir für die nächsten 5 Wochen alleine einen kleinen Camper zu mieten.
Auswahl des Fahrzeugs Nach Durchforstung diverser Websites von bekannten Vermietungsgesellschaften habe ich ziemlich schnell festgestellt, dass die Preise deutlich über meinen Vorstellungen lagen. Somit habe ich mich für eine Firma entschieden, die Campervans hauptsächlich an Backpacker vermietet.
Für 5 Wochen zahlte ich ca. A$ 1500,- inkl. Vollkaskoversicherung (damals A$ 5,-/Tag zusätzlich). Außerdem wurden mir nach etwas Handeln die Kosten von A$ 200,- erlassen, die eigentlich angefallen wären, da ich den Camper in Broome gemietet hatte und in Perth wieder abgeben wollte. Auch wird Euch jeder Vermieter sagen (und so wird’s auch im Vertrag stehen), dass ihr nicht auf unbefestigten Strassen fahren dürft. Lasst Euch gesagt sein, dass das in Westaustralien abseits vom Highway quasi unmöglich ist, da fast alle Strassen unbefestigte Sandpisten sind. Ich habe den Paragraphen einfach ignoriert und gehofft, dass alles gut geht.
Ausstattung des Campers: „Mein“ Camper hatte die Größe eines VW-Buses und war bestückt mit Kissen, Decken, Plastikgeschirr, Besteck, Kochtöpfen, Gaskocher und einem Eski (Kühltasche). Stühle kommen nur mit der Luxusausführung. Schlafsack ist auf jeden Fall angebracht, wenn man im Herbst oder Frühling fährt, da die Temperaturen nachts bis auf 0°C runtergehen können. Kühleis musste ich alle zwei Tage auffüllen. Das gibt es jedoch an jeder Tankstelle, Roadhouse oder auch manchmal in den Nationalparks.
Erreichbarkeit im Outback: Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man so gut wie überhaupt kein Handy-Empfang hat und wenn man liegen bleiben sollte, dann ist man auf die Hilfe der wenig vorbeifahrenden Autos angewiesen. Somit solltet ihr beim Mieten oder Kauf des Campervans lieber jemanden mitnehmen, der sich mit Autos auskennt und mal einen groben Blick in den Motor etc. werfen kann, solltet ihr Euch selber nicht auskennen. Dies gilt wohl nicht bei den renommierten Vermietungen, jedoch gibt es auch ein paar die etwas „dodgy“ sind und da bietet es sich auf jeden Fall an.
Übernachten unterwegs: Ich hatte mich vorher mit ein paar Leuten, die gerade die Westküste hoch gereist waren, unterhalten und wusste somit ungefähr, was ich mir angucken wollte. Außerdem habe ich meinen treuen Freund, den Lonely Planet gewälzt.
Ich wurde immer wieder davor gewarnt, alleine „wild“ zu campen und da ich zwar abenteuer- lustig aber nicht lebensmüde bin, habe ich mich an den Rat gehalten und mir einen Führer über „24 Hours Campsites“ an der nächsten Tankstelle gekauft (ca. A$ 7,00 - es gibt einen für den Nordwesten und einen für den Südwesten). Das empfiehlt sich auf jeden Fall, da dort genau beschrieben ist, wo sich die Campsites befinden, was man dort vorfindet (meistens keine Waschhäuser, sondern mit Glück ein Plumsklo) und was sehr wichtig ist, wie weit die einzelnen Campsites voneinander entfernt sind. Man sollte nämlich auf gar keinen Fall bei Anbruch der Dämmerung noch unterwegs sein, da es von Kängurus und Wallabies nur so wimmelt und es wirklich gefährlich ist, dann noch zu fahren.
Ich habe dadurch wunderschöne, idyllische Plätze, teilweise direkt an Flüssen gefunden und dort jede Menge furchtbar netter Australier getroffen. Verlangte es mich nach einer Dusche, habe ich entweder an einem Roadhouse angehalten, wo man für ein kleines Entgelt die Duschen benutzen konnte oder ich habe für eine Nacht einen offiziellen Campingplatz aufgesucht. Solltet ihr trotzdem wild campen wollen, dann macht das NICHT in Nationalparks!!! Das ist verboten, wie in allen Nationalparks Australiens und kostet eine schöne Stange Geld, wenn ihr dabei erwischt werdet.
Anhalter habe ich eher selten getroffen. Wenn, halten sich diese an den Roadhäusern auf und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit. Ob man sie mitnehmen möchte, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Ich als Frau nehme grundsätzlich keine Anhalter mit und dort in der Einsamkeit war es für mich sowieso überhaupt keine Frage.
Entfernungen & Tanken: Am längsten sind die ersten 685 km von Broome nach Port Hedland. Dazwischen liegt der 80 Mile Beach inkl. Campingplatz und Tankstelle und ein Roadhouse. Auf jeden Fall gilt als goldene Regel:
Wann immer es eine Möglichkeit zum Tanken gibt; TANKEN!!!
Man weiß nie, wann die nächste Tankstelle kommt. Ist man sich über den Verbrauch des Fahrzeugs nicht sicher, sollte man einen Reservekanister mitnehmen. Je weiter man die Westküste Richtung Süden fährt, desto teurer wird der Liter Benzin. Richtung Perth wird es dann wieder billiger. Im Landesinneren ist es am teuersten, sprich am Karinjini National Park, den man aber auf keinen Fall auslassen sollte, das er für mich einer der schönsten und wildesten Nationalparks in Australien ist.
Mehr zu aktuellen Benzinpreisen in Australien unter: http://www.shell.com.au/petrolpricing_scuba/suburb.asp?state=WA
Nationalpark-Pass: Ich habe mir gleich im ersten Nationalpark einen Pass für alle westaustralischen Nationalparks gekauft. Der ist vier Wochen und für die meisten Nationalparks gültig (nicht für „Valley of the Giants“ im Südwesten).
Nähere Infos (inkl. Preise) zu verfügbaren Pässen findet ihr auf folgender Website: http://www.naturebase.net/national_parks/park_passes.html
Tipps zur Strecke: Ein absolutes MUSS für Taucher ist der Stopp in Exmouth/Coral Bay am Ningaloo Reef. Das Riff ist, im Gegensatz zum Great Barrier Reef, total unberührt und ich fand es sehr viel schöner. Selbst Schnorchler können vom Strand aus Schnorcheln gehen und sind „mitten im Riff“. Außerdem ist es der Ort, um Walhaie zu sehen. Das ist allerdings saisonbedingt (Start Anfang April für ca. 2 ½ Monate). Ich war zwischen Anfang August bis Mitte September unterwegs. Da gab es zwar keine Walhaie zu sehen, dafür fing die Wildblumensaison gerade an und man konnte neben dem Highway farbenprächtige Felder mit Wildblumen sehen.
Grundsätzlich ist die Westküste touristisch noch sehr wenig besucht. Manchmal bin ich tagelang alleine durch die Gegen gefahren und gewandert. Je weiter man Richtung Perth fährt, desto „dichter“ besiedelt ist es und das Handy hat auch wieder zuverlässiger Empfang.
Unterhalb Perth ändert sich die Landschaft komplett. Man kann kaum glauben, dass man noch in Australien unterwegs ist. Alles ist grün und bewaldet.
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