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Allgemeine Infos zum Autokauf & 4-Wheel-Driving in Australien - ein Bericht von Matthias Kögel -
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Autokauf oder nicht? Und wenn ja, was für eins soll es sein? Welcher Backpacker hat sich das nicht schon in Australien gefragt?! Darüber wurde und wird immer wieder viel diskutiert. So auch hier.
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Autokauf - Was ist wichtig?
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Eines sollte man beim Autokauf immer im Hinterkopf behalten: Man muss das Auto am Ende seiner Reise auch wieder loswerden. Und dabei sind schon einige verzweifelt mit dem Preis in den Keller gegangen, um es doch noch einen Tag vor Abflug in die Heimat an den Mann oder die Frau zu bringen. Nur keine Angst an dieser Stelle. Das ist alles machbar, nur sollten einige Dinge beim Autokauf wohl überlegt sein:
- Habe ich am Ende der Reise genug Zeit, um das Gefährt möglichst verlustfrei zu verkaufen?
Denn ... Kommt Zeit, kommt Rat und natürlich auch mehr potentielle Käufer.
- Je teurer die Kutsche, desto schwieriger der Verkauf. Das gilt sicher nicht uneingeschränkt, denn wer ein top Gefährt hat, bekommt es auch leichter wieder los. Nach meiner persönlichen Einschätzung würde ich die Schallmauer bei ca. 5.000$, vielleicht auch etwas höher, setzen. Backpacker sind i. d. R. nicht reich und können und wollen sich nicht so teure Autos leisten. Ihr seid also gut beraten, darunter zu bleiben.
- Wo seid ihr, wenn das Auto den Besitzer wechseln soll? Mehr dazu später.
- Die Situation des jeweiligen Marktes ist saisonabhängig:
- Im Sommer (ca. Sept. bis April) ist es im Süden voll und - im Winter im Norden, denn dann herrscht dort Trockenzeit. Voll bedeutet, viele Backpacker und damit viele potentielle Kunden, also „gut“, um ein Auto loszuwerden. Entsprechend ungünstiger ist dann natürlich der Erwerb eines Backpackerboliden.
- Stelle sicher, dass dein Zukünftiges nicht importiert ist, denn die Ersatzteile können dadurch teuer und rar sein.
- Von Interstate-Transfers, also dem Umzug der Registrierung in einen anderen Staat, kann man generell nur abraten. In South Australia z.B. wird dazu die Identität des Fahrzeugs überprüft, also Rahmennummer und Motornummer im Wesentlichen. Außerdem kann man dir auch eine “Roadworthy Inspection” aufbrummen, wenn den Behörden etwas nicht gefällt.
- Die Rego (Fahrzeugregistrierung) wird nach Zylinderanzahl berechnet. Je kleiner also der Motor, desto günstiger auch die Rego.
- Ob der Wagen mit offenen Rechnungen wie Park- oder Speeding-Tickets belastet ist, kann man bei den jeweils zuständigen Behörden erfragen. Das kann meist telefonisch geregelt werden.
- Die “Kiste” vorher vernünftig checken bzw. checken lassen … ist natürlich klar!
- Eine “Third Party Insurance” ist empfehlenswert, denn Sachschäden sind durch die Rego nicht abgedeckt.
Eine Versicherung, die Personenschäden abdeckt, ist aber immer in der Registrierung des Fahrzeugs enthalten.
Endlich ist es dann soweit. Das Traumauto gefunden, der Wagen auf deinen Namen registriert und alle Versicherungen abgeschlossen. Ihr seid also ready to go … zumindest fast. Habt ihr denn schon einen Namen für eure Errungenschaft? Jedes Backpackerauto hat einen Namen. Seid also kreativ.
Für das perfekte rollende Zuhause für eure Reise schaut ihr am besten bei www.carsales.com.au oder gumtree.com.au vorbei. Das Blackboard der Hostels in der Stadt ist natürlich auch eine gute, aber bei Weitem nicht so ergiebige Variante.
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Check-up des Autos vorm Kauf – Worauf achten?
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Worauf ihr achten müsst, hat bereits Daniela Hoekstra in ihrem Bericht recht detailliert aufgezählt. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass der Motor möglichst dicht sein und im warmen Zustand nicht tropfen sollte. Manchen Geländewagen (4WD) sind mit einem Unterbodenschutz (sehr nützlich bei nicht ganz so hochbeinigen Vehikeln wie dem Pajero) ausgestattet. Da kann es sein, dass auslaufendes Öl darauf tropft und es unter dem Auto trocken ist. Also: Dort genauer hinschauen und sich nicht blenden lassen.
Öl im Kühlwasser (teilweise schwer erkennbar) ist natürlich gar nicht gut. Auch der Kühlkreislauf kann eine Leckage haben, dann läuft euch ständig die Kiste heiß. Ergo: Auch nicht gut.
Wie sehen die Bremsen aus? Kommt ihr damit über euren Trip und habt noch genug drauf, um den Wagen auch an einen kritischen Kunden zu verkaufen? Wie alt ist die Batterie? Bei den Fahrleistungen von Backpackerautos halten die Batterien keine 3 Jahre durch. Ein Mechaniker weiß im Zweifelsfall natürlich immer am besten Bescheid, worauf es ankommt.
Ein perfektes Auto kann man natürlich nicht verlangen und mit einigen Sachen kann und muss man leben. Autos von Locals (Bewohner dieses wunderschönen Landes) sind i. d. R. besser gepflegt und gewartet als Backpackerkarren. Wertvolle Ausstattung wie Zelte, Eskies (Kühlboxen) und Matratzen sind allerdings meist nur bei Backpackern inklusive.
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Was ist bei der Registrierung bzw. dem Besitzerwechsel zu beachten?
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Ist man nicht im Bundesland, in dem das Auto registriert ist, kann das zu Problemen führen. Das muss allerdings nicht immer so sein. Mit einer Registrierung in Westaustralien hat man die wenigsten Probleme und kann das Auto überall gut loswerden. Der Besitzerwechsel wird mit der Post abgewickelt und die REGO (Steuern und Haftpflicht für Personenschäden) online bezahlt. Mehr dazu im Bericht von Daniela Hoekstra. Checkt am besten auch die Homepages der zuständigen Departments in den verschiedenen Staaten aus und glaubt nicht immer alles, was euch von anderer Seite erzählt wird. Vieles davon ist wahr, manches aber leider auch nicht. In allen aufgeführten Staaten lässt sich die Verlängerung der Registrierung (Rego) übrigens problemlos online abwickeln. Ich habe die Infos für die wichtigsten Staaten zusammengestellt:
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Diesel oder Benziner und wo tanke ich am besten?
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Wer an der Ostküste lang tingeln will oder sowieso nicht offroad unterwegs ist, ist mit einem Benziner bestens bedient. Der Sprit ist an der Ostküste sowie im Gebiet zwischen Melbourne und Adelaide günstiger als Diesel. Das gilt auch für den Großraum Perth.
Im Outback und an der Westküste kehrt sich das allerdings um. Diesel ist dort günstiger und das meist drastisch. Der Verbrauch ist bekanntlich auch niedriger und damit kann man schon mal gut sparen, wenn man dort unterwegs ist.
Allgemein gilt: Je abgelegener die Tankstelle, desto teurer der Sprit. Einen Literpreis von 2$ haben wir in den Kimberley gesehen. Wohl dem, der einen großen Tank und/ oder genügend “Jerrycans” (Benzinkanister) dabei hat. Wir hatten eine Kapazität von ca. 120 Liter Diesel und konnten somit den teuersten Roadhouses aus dem Weg gehen. Eine gute Idee ist es auch, nach den günstigsten Tankstellen auf dem Weg zu fragen. Reisende die man unterwegs trifft sind eine gute Informationsquelle. Wer genug Sprit mitnehmen kann, spart dadurch gutes Geld.
Wenn man die Einheimischen im Outback fragt, empfehlen einem die meisten einen Diesel. Wir reden hierbei natürlich von 4DWs (Wagen mit Vierradantrieb). Diesel sind einfach zuverlässiger in allen Lebenslagen und das ist es, was bei 4WDs besonders zählt. Wer will schon aufgrund eines Ausfalls der Lichtmaschine in einem krokodilverseuchten Fluss, den er gerade durchquert, stecken bleiben? Diesel sind Selbstzünder und einmal gestartet, ist die Lichtmaschine nicht mehr für den Betrieb des Motors notwendig. Die lädt „nur“ die Batterie und sorgt dafür, dass Radio, Licht, Lüfter usw. genügend Saft bekommt. Ein Ausfall der Lichtmaschine aufgrund von Dreck und Wasser ist zwar nicht die Regel, kann aber passieren. Unsere ist ca. 2 Tage lang ausgefallen. Schmutzige Bürsten, meinte der Mechaniker in Broome, die sich glücklicherweise aber irgendwann wieder freigefahren hatten. Gemerkt haben wir es erst dadurch, dass der Wagen irgendwann nicht mehr ansprang und die Batterie leer war. Ein Benziner wäre sofort stehen geblieben.
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Ein paar nützliche 4WD-Tipps
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Sobald ihr für ein paar Kilometer mehr auf einer “Gravel Road” (Schotterpiste) oder einem “4WD Track” (schweres Gelände) unterwegs seid, lasst den Reifendruck ab. Je schlimmer das Gelände und um so mehr loser Sand, desto niedriger sollte der Reifendruck sein. Natürlich hängt das auch von der Beladung eures Gefährts ab. Als kleine Orientierung: Da wir sehr schwer waren, haben wir auf recht guten Schotterpisten vorne bis auf ca. 200MPa und hinten auf 250MPa abgelassen. Im Sand sind wir dann bis auf ca. 150 bzw. 190MPa runter. Aber wie gesagt, das sind nur Richtwerte, die für uns funktioniert haben. Fahrt auf keinen Fall weite Strecken auf Asphalt mit so wenig Druck, das mögen die Reifen nicht. Ihr fragt euch sicher jetzt wozu das gut sein soll!? Erstens reduziert sich dadurch der Verschleiß des Fahrwerkes und erspart euch möglicherweise teure Reparaturen. Zudem erhöht das den Fahrkomfort erheblich und ihr bekommt mehr “Grip”. Und wenn ihr erst einmal die waschbrettartigen “Corrugations” kennengelernt habt, wisst ihr auch, warum das eine sehr gute Idee ist. Im losen Sand ist es wichtig, um genug Traktion zu haben und nicht stecken zu bleiben.
Neben der von Michael Döring genannten Ausrüstung empfehle ich euch noch ein Starterkabel. Nehmt nicht das Günstigste, denn das schafft nur Ströme bis 200A. Für einen 4WD ist in der Regel ein Kabel für max. 400A nötig. Zwei billige könnten auch gehen, denn die für 400A sind in der Regel deutlich teurer. Dazu müsst ihr jeweils 2 Kabel an einen Pol der Batterie klemmen. Ausprobiert habe ich es noch nicht, mein elektrotechnisches Verständnis ist allerdings gut genug, um zu wissen, dass eine Parallelschaltung von 2 Kabeln eine Verdoppelung des Stromes ergibt. Um das praktisch umzusetzen, ist evtl. Bastelarbeit nötig. Wenn ihr dabei unsicher seid, nehmt lieber das bessere Kabel, um nichts kaputt zu machen.
Ein zweites Ersatzrad wird auf längeren Offroad-Touren ebenfalls empfohlen. Die Gefahr eines Reifenplatzers ist im Gelände eben deutlich höher als auf befestigten Straßen. Für Backpacker-Geldbeutel reicht es zum 2. Ersatzrad meist nicht, zumal man dann auch noch einen Platz am oder im ohnehin schon vollgepackten Auto finde muss.
Für längere Touren abseits befestigter Straßen braucht ihr auch eine Menge Wasser. 20-30 Liter pro Person mindestens werden empfohlen mitzunehmen.
Fahrten in der Dämmerung und im Dunkeln sind immer mit Vorsicht zu genießen. Das gilt übrigens allgemein im Outback, ganz egal ob Offroad oder auf befestigten Straßen. Kängurus gibt es überall und gerade in der Dämmerung sind diese unterwegs. In einigen Gebieten gibt es auch keine Viehzäune und Kühe können noch viel größere Schäden am Auto anrichten. Da hilft auch keine “Roo Bar” (Bullen- oder besser Kängurufänger) mehr.
Fahrt auch größere Offroad-Strecken nach Möglichkeit nicht alleine. Kann man machen, muss man aber nicht. Ein zweites Auto bietet im Notfall einfach mehr Möglichkeiten.
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Equipment, das das Backpackerleben angenehmer macht
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Auch hier sind die wichtigsten Gegestände bereits in Michael Dörings Bericht erfasst. Der kleine Transformator, den er erwähnt, ist meiner Meinung nach ein MUSS und jeden Cent wert. Damit seid ihr komplett unabhängig von der Steckdose und auf die kann man doch im Zeitalter von Laptops/ Netbooks und Digicams nicht wirklich lange verzichten.
Besorgt euch einen Camps 5. Der erspart euch viel Zeit und Stress bei der Suche nach geeigneten Übernachtungs- möglichkeiten. Das Kartenmaterial im Camps ist zudem echt super.
Wenn es um die nächtliche Beleuchtung geht, empfehle ich Kerzen oder LED Akkuleuchten. Besorgt euch am besten noch für jeden ein “Head Light”. Die sind superpraktisch. Wir fanden die für 7$ bei Cheap as Chips.
Nehmt einen “Esky” (Kühlbox) mit. Damit könnt ihr alles Frische und die Getränke durchgängig kühlen. Eis gibt es überall zu kaufen. Je nachdem wie heiß es war, haben 4 kg Eis 1-3 Tage gehalten. Ein Box in Box oder besser Box in Esky-System ist zu empfehlen. Also erst alles in Plastikbox(en) packen und die dann in die Esky. Damit bleiben die Wurst und der Salat immer trocken, auch wenn das Eis taut. Ein kleiner Kühlschrank ist natürlich auch nicht schlecht. Dafür braucht ihr allerdings eine zweite Batterie im Auto. Platz ist darin in der Regel recht wenig und bei sehr heißen Temperaturen machen gerade die Günstigeren schlapp. Verhältnismäßig teuer in der Anschaffung sind sie zudem auch.
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Werkstätten mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben
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In Cairns: LK Motors Corner Spence & Buchan Streets Bungalow QLD 4870, Australia (07) 4051 6297
Sehr vertrauenswürdig und nett. Dass wir von Cairns nach Darwin über den Savannah Way gefahren sind, haben wir den Hinweisen von Dan und Carpet Bob zu verdanken. Die beiden saßen beim Feierabendbier in der Werkstatt, als ich das Auto gerade abholen wollte. Wie das in OZ so ist, endet das schnell in einem kleinen netten Chat.
In Perth: Hine Motors 25 Carrington St, Nedlands, WA, 6009 (08) 93865588
Travor und seine Crew haben uns mächtig aus der Patsche geholfen. Er war super ehrlich und offen zu uns. Vielen Dank! Sagt aber auf jeden Fall vorher Bescheid, dass er euch vorm Tausch von Teilen fragen soll.
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Fazit:
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Mit einem 4WD dringt man in Gebiete vor, die sonst unerreichbar bleiben. Und genau diese sind die schönsten Plätze in Australien. Ein Diesel kann ich nur empfehlen, es sei denn, ihr wollt die Ostküste entlang oder euch generell nicht ins Gelände wagen. Stolpersteine gibt es viele, dafür ist es super easy, in Australien als Tourist ein Auto zu registrieren. Mit der richtigen Ausrüstung und Vorbereitung steht dem Offroad-Spaß nichts mehr im Wege. Für mich steht fest: Wer in Australien auf einen 4WD verzichten muss oder will verpasst auf jeden Fall etwas!
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