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12.12.2008 - Sydney
AUSTRALIA - Eine Filmkritik von Reisebine In 14 Tagen kommt er nun endlich auch bei uns in die Kinos. Buz Luhrmans Filmepos "AUSTRALIA" mit Nicole Kidman und Hugh Jackman in den Hauptrollen. Ab dem 25.Dezember kann man sich dann anschauen wie die geschätzten 130 Millionen amerikanischer Dollars umgesetzt und auf Zelluloid gebannt wurden.
In Australien ist der Film seit dem 26. November in den Kinos.
Die Reisebine, zurzeit in "Australia" unterwegs, hat sich den Film natürlich schon angeschaut und bietet dem interessierten Leser hier eine ganz persönliche Vorabkritik.
Australia. Eine Filmkritik von Reisebine:
"Zuerst habe ich gedacht: Oh, wie peinlich!". Das war die erste Reaktion einer Australierin, mit der ich den gerade in Australien angelaufenen Film "Australia" angesehen habe. Wir saßen in einem Café in der Nähe des Kinos und ich musste schmunzeln, denn genau das war auch mein erster Gedanke nach ca. 5 Minuten Film. Doch genau wie ich hat sie sich danach einfach in die Story "hineinfallen" lassen und sie als das gesehen, was sie ist: ein Märchen.
Natürlich weckt der Film Erwartungen: So viel Werbung, so viel Rummel und Trubel um diesen Film, das muss doch etwas ganz Besonderes sein. Nun, das ist der Film auch, aber nicht in der Weise, wie man es erwartet. Buz Lurmann, oder auch einfach "Buz", wie ihn die Australier hier nennen, erzählt seine Version der Geschichte in seiner typischen Art und Weise, die man aus "Moulin Rouhe" und "Romeo & Julia" kennt. Große Bilder, immer ein bisschen zu stark überzeichnet, stark ausgeprägte Charaktere, die es so jedoch nur im Kino gibt.
"Da ist zu viel in einen Film gepackt worden", beschrieb mir ein anderer Besuche seinen Eindruck. Und auch das trifft zu: Von der "Stolen Generation" über die skrupellosen Machenschaften der Großgrundbesitzer und Wasserknappheit bis hin zur Bombardierung Darwins durch die Japaner sind unterschiedliche Themen in drei Stunden Film gepackt worden, die einzeln ebenfalls einen Film ergeben hätten.
Dennoch ist der Film "großes Kino" und man wird 2 3/4 Stunden bestens unterhalten. Er ist auf jeden Fall sehens- und empfehlenswert, doch sollte man ihn als reine Unterhaltung sehen.
Sensationelle Landschaftsaufnahmen lassen sicherlich jeden Zuschauer mit dem Wunsch zurück, nach Australien zu reisen, um diese herrlichen Landschaften zu sehen, auch wenn man bedenken muss, dass einige Gegenden durch Special Effects ein wenig "dramatisiert" wurden. Die Bungle Bungles im Norden von Westaustralien sind eine faszinierende Region, jedoch ist die tiefe Schlucht, vor der die durchgehende Rinderherde gerettet werden muss reine Fantasie.
Nicole Kidmann und Hugh Jackman spielen hervorragend, auch wenn Nicoles "neuer Mund" mehr als iritierend ist. Warum eine mit natürlicher Schönheit gesegnete Frau sich unbedingt ihren Mund aufspritzen lassen musste, ist mir völlig unverständlich.
Dass die beiden Hauptdarsteller im richtigen Leben gute Freunde sind merkt man dem Film "leider" an, denn ihre Leidenschaft für einander ist im Film für mich nicht nachzuvollziehen - schade. Da fehlen ein paar Funken die sprühen sollten, ein paar Blicke, die mehr sagen. An die Liebesszenen in "Titanic", "Vom Winde verweht" oder "Jenseits von Afrika" kommt der Film jedoch nicht heran.
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