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03.07.2012 - England
Mutti, ich brauch mal Geld! Wenn die Kinder flügge werden und hinaus in die weite Welt ziehen, drehen die Eltern daheim zumeist nervös die Daumen. Emails müssen herhalten, um den Anschluss nicht ganz zu verlieren.
Eine Mutter aus England lässt uns nun teilhaben an den Emails ihrer 19jährigen Tochter Lily, die samt Rucksack und Euphorie für mehrere Monate nach Südostasien und Australien aufbrach. Weit weg also. Die Nachrichten, die Lily später an ihre Mutter schrieb, könnten für ein Backpacker-Abenteuer typischer, bedenklicher und amüsanter nicht sein.
Emails, die von Erlebnissen wie dem Ritt auf einem Elefanten berichten, sorgen bei den Eltern daheim sicherlich für strahlende Augen. Auch das Beglücken von Thailänderinnen mit Glitzernagellack Made in England dürfte sich schmunzelnd lesen.
Die Aufforderung, im verlassenen Zimmer irgendwo nach einer Kamera-Rechnung zu suchen, da diese irgendwo in Asien zu Bruch ging, ruft schon weniger Begeisterung hervor. Wenn dann die nächste Nachricht überschwänglich von emsigen Wodka-Konsum und Partys im tiefsten Jungle erzählt, verpufft die Gelassenheit der Eltern noch etwas mehr.
Und folgt schließlich die Fragen aller Fragen – nämlich die, ob Muttern ein wenig Geld auf das Backpacker-Konto der Tochter überweisen könnte – wird das nervöse Däumchen drehen zur Farce. Vor allem, wenn das Geld nicht in Eiweiße & Vitamine angelegt werden soll, sondern bei einem Fallschirmsprung verfliegt oder für die Tinte eines Tattoos draufgeht.
Doch sind die Jüngsten erst einmal wieder daheim, kommen die Däumchen der Eltern allmählich zur Ruhe und die Kinder müssen der Realität ins Auge schauen, wenn auf dem Willkommen-Schild steht: "DO NOT FORGET YOU OWE ME A GRAND."
Den ganzen Email-Verkehr zwischen Mutter und Tochter gibt es hier zu lesen. (sb)
© Foto oben: Photocase.com / candela
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