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Neuseeland Südinsel
 
Siberian Experience
Wandern, fliegen und JetBoat-Fahren in Einem
- Eine Reportage von Alexandra Schmidt -
 

Diese Tour, die in Makarora / Südinsel gemacht werden kann, besteht eigentlich aus drei verschiedenen Aktivitäten:

- Einem Rundflug mit einer Propellermaschine (ca. 20 min)
- Einer ca. 3stündige Wanderung durch die Wildnis
- Einer Rückfahrt mit dem Jet Boat (ca. 30 min)

und führt den Teilnehmer in das absolut unberührte Siberia Valley – keine Strassen, keine Häuser, gar nichts, nur Natur. Leider sind 185 NZ$ für die Tour nicht wenig, aber angesichts dessen, was man für ´Scenic Flights` und ´Jet Boat-Fahrten` sonst in Neuseeland zahlt, ist sie gar nicht mal so teuer. Auf jeden Fall ist sie ein echtes Erlebnis, wenn auch nichts für schwache Nerven.

Als ich das kleine Flugzeug sah, wäre ich am liebsten wieder in den Bus zurück gestiegen. Doch ich habe mich überwunden und bin mit einem mulmigen Gefühl in die winzige Maschine, die Platz für drei Leute + Pilot bietet, gestiegen.
Als das “Ding“ in der Luft war, hat sich dieses mulmige Gefühl noch verstärkt – ich bin wirklich niemand, der Flugangst hat, aber mir wurde Angst und Bange und als das Flugzeug einmal rasant nach unten fiel, dachte ich, es wäre um uns geschehen.

Das Flugzeug flog etwa auf Höhe der Berge, die das Tal umgeben und man hat einen tollen Ausblick auf Seen, Flussläufe und die schneebedeckten Gipfel der Südalpen. Das Fotografieren ist eine echte Herausforderung, da das Flugzeug ununterbrochen wackelt und zudem die Tragflächen im Weg sind.

Nach ca. 20 Minuten Flug landete das Flugzeug mitten in einem Tal auf einer einsamen Wiese ohne Landebahn. So schön der Ausblick von oben auch war, ich war richtig glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und die bleichen Gesichter meiner Freunde bestätigten mir das.

Nun standen wir dort zu dritt auf der Wiese und waren ganz auf uns allein gestellt – einen Guide gibt es nämlich nicht, nur die kleinen Wegweiser entlang des Pfades.
Das erste Hindernis lag auch schon vor uns: Ein Gebirgsbach, der, je nach Wettersituation in den Tagen zuvor,  entweder ein stilles Bächlein oder aber ein aufgewühlter Bach ist. Eines ist er allerdings immer: EISKALT. Am besten einfach samt Schuhen durch, denn die Steine sind teilweise spitz und glitschig und man hat einen besseren Halt. Meine größte Befürchtung, dass ich samt meiner Ausrüstung hineinfalle, bewahrheitete sich zum Glück nicht  Glücklicherweise war schönes Wetter, so dass die Hose schnell trocknete – an trockene Socken und Schuhe war jedoch nicht zu denken.

Hat man den Fluss überquert wandert man durch hohes Grass in Richtung Wald, wo die eigentliche Wanderung beginnt. Sie führt entlang eines kleinen Weges auf dem sich durchaus mal umgestürzte Bäume und Gräben befinden können, richtig in den Wald hinein. Nach und nach steigt der Weg an, aber nie so, dass es anstrengend wird – und wer doch eine kleine Verschnaufpause benötigt, kann nebenbei noch den atemberaubenden Blick auf die Berge genießen.
Wir haben des öfteren solche Pausen eingelegt, denn die Landschaft war zu schön, um einfach vorüber zu gehen. Das Zeitlimit, das man gestellt bekommt, ist so großzügig bemessen, dass man glücklicher- weise nie unter Druck steht.

Langsam ging es wieder bergab – für mich eigentlich der angenehmere Teil einer jeden Wanderung, aber diesmal war es anders. Da es sich um sehr dichten Wald handelt und es in den letzten Tagen auf der Südinsel sehr viel geregnet hatte, war der Boden an einigen Stellen aufgeweicht und matschig. Es gab riesige Pfützen und die Steine waren teilweise sehr glatt. Komischerweise hatte  dieses Mal nicht ich das Glück, bei jedem zehnten Schritt auf dem Hosenboden zu landen, sondern meine männlichen Begleiter. Dementsprechend lang gedauerte dann auch die Wanderung. Meine Knie begannen zu schmerzen und ich war  froh, als wir endlich den Wald hinter uns gelassen hatten. Von dort aus konnten wir gemächlich in Richtung Fluss wandern, wo wir von dem Jet Boat abgeholt werden sollten.

Von diesen ominösen Booten habe ich während meines Neuseelandurlaubs schon einiges gehört, selbst ausprobiert habe ich es bis zu diesem Tag allerdings noch nicht. Diese Boote liegen sehr niedrig im Wasser und können deshalb auch bei sehr flachem Wasser hohe Geschwindigkeiten erreichen, was uns unser Bootsführer auch sofort demonstrierte. Von wahnsinniger Beschleunigung bis 360°-Drehungen wurde alles geboten und alle diejenigen, die außen saßen, bekamen zusätzlich noch eine kostenlose Dusche. Die ca. 30minütige Fahrt, bei der es durch den entstehenden Gegenwind teilweise recht kalt war, hat irre viel Spaß gemacht und war der Abschluss einer erlebnisreichen Tour.

Fazit:
Die Tour ist ein echtes Erlebnis, wenn auch nicht gerade billig. Die Landschaft ist herrlich und wer sich sowieso überlegt hat, einen ´Scenic Flight` zu machen, könnte an dieser Tour gefallen finden, da sie so viel mehr bietet.  Aber: Ein wenig abenteuerlustig sollte man schon sein.

Tipps:

  • Menschen, die schon bei großen Verkehrsmaschinen Flugangst haben, sollten sich genau überlegen ob sie an dieser Tour teilnehmen sollen. Je nach Wetterbedingung schaukelt das sehr kleine Flugzeug ganz gehörig.
  • Festes Schuhwerk ist ein absolutes Muss, da die Wanderwege teilweise sehr matschig und rutschig sind. Eine schnelltrocknende Hose und ein zweites Paar Socken sind ebenfalls zu empfehlen, genauso wie ausreichend Getränke und eventuell etwas Proviant.
  • Die Wanderung ist an sich nicht sonderlich anstrengend, da man die Geschwindigkeit selbst bestimmen kann. Allerdings ist der Abstieg, besonders wenn es geregnet hat, nicht einfach, da es sehr glitschig ist (bemooste Steine,...) – und er geht auf die Knie.
  • Bei schlechten Witterungsbedingungen wie starker Wind, Gewitter u. ä. findet der Trip NICHT statt.
     

Informationen des Veranstalters zu dieser und anderen Touren in Makarora: http://www.makarora.co.nz/

Copyright © Foto oben: Rike Sebold; alle weiteren Fotos & Text: Alexandra Schmidt