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Wie bringe ich meine Reise und mein Tier unter einen Hut?
- zusammengestellt von Maria Binder -

 

Im Flugzeug  |   Mein Tier zu Hause lassen
 

 

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Aber auch alle anderen Haustiere zählen für die meisten Besitzer schon als vierbeiniges Familienmitglied. Deshalb ist es um so schwieriger, sich bei einer anstehenden Urlaubsreise zu entscheiden, ob man das geliebte Tier zu Hause lässt oder doch eher mit auf die Reise nimmt.
Diese Entscheidung muss man abhängig vom Tier und von den Reiseumständen treffen – was kann ich meinem Tier zumuten und was nicht?
In dieser Zusammenstellung habe ich die wichtigsten Informationen rund um das Thema Reisen mit dem Tier (speziell nach Australien) aufgelistet. Jedoch beziehe ich mich hauptsächlich auf das Reisen mit Hund oder Katze, da hierbei umfangreichere Vorschriften gelten.
 

 

Mit meinem Tier auf Reisen gehen

 

 
Wenn man nicht gerade nach Australien auswandern möchte, werden die Vielzahl der gesetzlichen Bestimmungen die letztendliche Entscheidung, doch eher dahingehend beeinflussen, sein Tier zu Hause zu lassen. Denn, egal wie lange man sich dort aufhalten möchte, um mit seinem Tier in Australien einzureisen, bedarf es einiger Hürden.
Hunde und Katzen können nur über die Flughäfen Sydney, Melbourne und Perth einreisen, müssen sich einem Quarantäne- und Inspektionsverfahren namens AQIS unterziehen und bestimmte Einreisebedingungen erfüllen:

 

  1. Das Tier muss in einer Quarantänestation für mindestens 180 Tage untergebracht werden und davon mindestens 30 Tage in einer australischen Quarantänestation. Wie diese Tage aufgeteilt werden können, ist im Informationsblatt des AQIS veranschaulicht.
     
    Ein Platz in einer der 3 Quarantänestationen in Melbourne, Sydney oder Perth muss schon rechtzeitig vorher gebucht werden. Das Besuchen der Tiere in der Quarantänestation ist nicht gestattet.
    Alle Kosten für Futter, Unterkunft etc. müssen vom Besitzer getragen werden. Der Betrag muss in voller Höhe vor Abholung des Tiers bezahlt werden.
     
  2. Das Tier muss mit einem (auch für australische Scanner) lesbaren Chip gekennzeichnet sein.
     
  3. Das Tier muss bei Einreise mindestens 6 Monate alt sein, darf nicht mehr als 3 Wochen tragend oder im Stillprozess sein. (Schwangere Tiere müssen eine Mindestzeit von 30 Tagen in Quarantäne verbringen.)
     
  4. Es dürfen nur erlaubte Rassen eingeführt werden. Siehe Informationen zum AQIS:
     
  5. Bei einem mindestens 3 Monate alten Tier ist eine Tollwutimpfung innerhalb eines Jahres vor Einreise Pflicht. Die gültigen Papiere der Tollwutimpfung müssen vorliegen.
     
  6. Der Titer-Test, der die Anzahl der Antikörper gegen Tollwut im Blut bestimmt, muss in Quarantäne erfolgen und dauert 90 Tage. Die vom staatlichen Veterinär bestätigten Papiere zum Titer-Test müssen vorliegen. Mehr dazu und weitere notwendige Impfungen auf der Webseite des Instituts für Virologie
     
  7. Es werden zwei bestätigte Zertifikate benötigt – Zertifikat A wird noch in Deutschland von einem staatlichen Veterinär bei der Voruntersuchung des Tiers ausgefüllt und der australische staatliche Veterinär bestätigt Teil A und vervollständigt Zertifikat B.
     
  8. Ein Anmeldeformular zur Genehmigung der Einfuhr des Tiers muss beantragt, ausgefüllt und zurückgeschickt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 10 Arbeitstage. Die Genehmigung gilt 6 Monate ab Ausstellungsdatum.
     

 

Bei Nichterfüllung einer dieser Bedingungen wird  das Tier unverzüglich ins Herkunftsland zurückgeschickt!
 

Alle Informationen im Detail zum Australian Quarantine and Inspection Service stellt die australische Regierung als Informationsblatt zur Verfügung.

Zu allen Fragen über die Unterkunftsbedingungen in der Quarantänestation findest du auf der Regierungsseite eine Antwort.

Speziell für Behindertenhunde gelten andere Regelungen.

Außerdem findest du auf news.com.au die besten Urlaubsziele und Unterkünfte in Australien für dich und deinen Vierbeiner.
 

 

Im Flugzeug

 

 
Während des Fluges werden Hunde und Katzen in einer tiergerechten Box untergebracht. Spezielles Personal bringt die Tiere von der Quarantänestation in die Boxen und ins Flugzeug. Wie dieser Vorgang abläuft zeigt ein Bericht des Gradlyn Kennels Airfreight Service über die Animal Lounge am Frankfurter Flughafen. Deshalb gibt es nur eine bestimmte Auswahl an Flügen, die gebucht werden können - Montag bis Freitag zwischen 08.00 und 16.30 Uhr.

Beachte auch die Bestimmungen bei der Wiedereinreise ins Herkunftsland, zum Beispiel Deutschland. Alles wichtige dazu findest du auf der Homepage der Deutschen Botschaft in Canberra.

Wichtig!!
Die Transportbox sehr früh und immer eine Nummer größer kaufen. Für das Tier ist es am leichtesten, sich zu Hause daran zu gewöhnen.
Hundebesitzer sollten sich erkundigen, ob es sich bei dem Gebiet um ein Leishmaniose gefährdetes Gebiet handelt. Bei dem Krankheitsereger handelt es sich um einen Parasiten, der durch die Sandfliege/Schmetterlingsmücke verbreitet wird. Diese kommt in südlichen Ländern vor (Tropen, Subtropen und Mittelmeerraum). Auch Zeckeninfektionen wie Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose sind sehr ernste Gefahren.
 
Eine detaillierte Checkliste für die Vorbereitungen und das Reisegepäck gibt es auf Tierpension.org.
 

 

Mein Tier zu Hause lassen

 

 
Wenn man sich nun entschieden hat, sein Tier zu Hause zu lassen, hat man mehrer Möglichkeiten.

Familie oder Freunde:
Im Allgemeinen ist die Versorgung des Tiers von einem Familienmitglied oder einem Freund die beste Wahl, da beide Parteien schon miteinander vertraut sind und dem Tier der Trennungsschmerz etwas leichter fällt.

Tierpension:
Die Tierpension ist eine gute Unterbringungsmöglichkeit für seinen Liebling, man muss jedoch eine gute finden. Um keinem schwarzen Schaf auf den Leim zu gehen, sollte man sich die Pension unbedingt vorher ohne Vorankündigung mehr als ein Mal anschauen.
Die Preise einer normalen Pension (kein Luxushotel) variieren je nach Größe des Tiers zwischen 7,00 € und 14,00 € pro Tag.

Darauf sollte man achten:

  • Sauberkeit
  • Sicherheit
  • Räume groß genug und beheizt
  • große Auslaufflächen, Spielsachen, Kommunikationszentren
  • tierärztliche Versorgung
  • Interesse des Pensionsinhabers an Eigenheiten des Tiers (Krankheiten, Impfung etc.)
  • kann man selbst das Futter mitbringen

Auf jeden Fall schauen, wie die Tiere aussehen, die dort untergebracht sind. Ein Blick spricht manchmal Bände.

Weitere Informationen zur Vorbereitung des Tiers auf die Tierpension und deren Aufnahmebedingungen gibt es auf Tierpension.org.

Tiersitter:
Private Tiersitter können dem Tier die Zeit ohne das Herrchen ebenfalls erleichtern. Am besten kennen sich Sitter und Tier schon länger. Falls nicht, sollte man auf jeden Fall dem Tier die Gelegenheit geben, seinen zukünftigen Betreuer schon einmal kennen zu lernen.

Es gibt mehrere Varianten des Tiersitters:
Das Verhältnis kann auf Basis der gegenseitigen Hilfe und unentgeltlich bestehen oder der Sitter betreut das Tier bei sich zu Hause gegen einen Kostenbeitrag oder man engagiert einen Haushüter, der sich auch noch zusätzlich um die Blumen etc. kümmert.

Beim Tiersitter sollte man natürlich genauso auf die oben erwähnten Bedingungen achten und sein Tier ausreichend auf den Aufenthalt vorbereiten.

Kleine Checkliste für den Betreuer:

  • 2 Leinen, Halsband/Geschirr, Maulkorb
  • ausreichend Futter und Knabberzeug
  • Spielzeug
  • Pflegeutensilien
  • Fressnäpfe
  • evtl. Medikamente, Impfpass
  • evtl. Steuerplakette, Tasso-Registriernummer
  • evtl. Transportbox, Autogurt
  • Decke, Körbchen, Käfig
  • evtl. gegen die Sehnsucht ein gebrauchtes T-Shirt von Herrchen

Im Tierischen Verzeichnis oder auf Tieranzeigen.at findest du Tierpensionen und Tiersitter in deiner Nähe.
 

 

 
© Fotos: ganz oben “Christian Redolfi” / Kind und Hund “Melo” / Hund Zähne “Judywie” / Schiff “testfight”
alle Fotos Photocase.com

 

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Copyright © Sabine Hopf  - aktualisiert am: Dienstag, 1. Dezember 2009