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Auto1

INFORMATIONEN
ZU AUTOKAUF & ANMELDUNG
IN SYDNEY
- NSW -

zusammengestellt
von
Michael Döring

 
Schon lange bevor wir nach Australien gefahren sind, haben wir über das Thema “Autokauf” nachgedacht. Wichtig waren uns vor allem: individuell reisen, alles erreichen zu können ohne zusätzliche Touren buchen zu müssen und im Auto schlafen zu können, da wir beide keine Freunde des Zeltauf- und abbaus sind.
Letztendlich kam von der Erreichbarkeit nur ein 4WD und vom Platz her nur ein Wagen der Größe Toyota Landcruiser Stationwagen 60 Bj.78-85 in Frage.
Grundsätzlich kann man auch den Toyota Landcruiser Troppy nehmen, der etwas höher und schmaler ist. Da er jedoch nur ein Dreitürer ist,  ist es etwas schwieriger, an den Stauraum unter der Liegefläche heranzukommen. Wir haben aber schon Leute getroffen, die ihn so nutzen.

Auch die Frage Diesel oder Benziner ist nicht sehr leicht zu beantworten:
Diesel ist in Australien 5-15 Cent teurer als Benzin. Der Motor soll aber etwas sparsamer sein und weniger kaputt gehen. Nach einer Unterhaltung mit einem Aussie denke ich aber, dass beide etwa genauso viel Kraftstoff benötigen. Wir haben uns für einen Benziner entschieden. Bei den Australiern sind Diesel aber auch sehr beliebt.
 

  Autosuche und Formelles

 
Wir haben uns in Sydney auf die lange Suche gemacht. Als Zeitfenster haben wir uns zwei Wochen gegeben, was aber recht viel ist. Wenn man nicht ganz so speziell sucht, reichen meist 2-4 Tage, da das Angebot je nach Saison allgemein recht groß ist. Geschaut haben wir:

  • An "schwarzen Brettern", die man u. a. in Hostels, Internetcafés und kleinen Läden in und um den Stadtteil Kings Cross findet, sowie in Backpackeragenturen wie dem TCP (Travellers Contact Point) und "World Wide Workers"
  • In der "Trading Post"-Zeitung (ähnlich der "Zweiten Hand"). Diese erscheint immer donnerstags und kostet 2,70 A$. Hier kommt man aus dem Backpackermilieu heraus und begibt sich auf den australischen Markt, mit je nach Saison schwankenden meist ganz guten Angeboten nicht nur im Autobereich.
  • Foren im Internet: z. B. das Reisebineforum mit dem Bereich: “[Verkauf] Fahrzeuge” oder
    dem Travellers Carmarket, "virtuelle schwarze Bretter" in denen Backpacker ihre Autos feilbieten können.
    Wie gut oder schlecht ein Auto ist, sieht man allerdings erst wenn man den Wagen vor Augen hat. Diese Foren sind allerdings gut zur Kontaktaufnahme.
     

auto6Letztendlich fanden wir in der Trading Post einen '83 Landcruiser Stationwagon mit Bullbar und Dachgepäck- träger, der ganz praktisch ist, um das zweite Ersatzrad auf das Dach zu packen.
Ein Businessman, der zurück nach London zog, verkaufte ihn uns. Ein Auto dieser Art kostet im Schnitt zwischen 5000 und 8000 A$, je nach allgemeinem Zustand und Zusatzausstattung (Bullbar, Dachgepäckträger, Winde...), wobei man wie überall handeln kann.

Zum Thema Autokauf lässt sich weiterhin sagen, dass man sich von deutschen Standards weitestgehend verabschieden muss. So verlieren z. B. die meisten Autos in Australien Öl. Und statt den Fehler zu beheben, bekommt man sogar seitens der Fachwerkstatt den Tip, besser Öl nachzufüllen.

Wir haben uns für unseren '83 Landcruiser entschieden, weil er verhältnismäßig (für australische Standards) wenig gefahrene Kilometer (311.000) hat und für sein Alter einen guten Allgemeinzustand aufweist. Außerdem ist der Landcruiser bei den Aussies ein allgemein gängiges und sehr beliebtes Fahrzeug, v. a. in den ländlichen Regionen. So ist es bei Reparaturen kein Problem, Ersatzteile oder Hilfe zu bekommen.

Wir hatten uns entschieden den Wagen in Sydney zu kaufen, da wir ihn dort auch wieder verkaufen wollen und es so mit der Ummeldung einfacher ist.
 

  Die Ummeldung in NSW

 
Die Ummeldung ist in jedem Bundesstaat anders geregelt. In NSW bekommt man beim Autokauf einen Teil des "blauen Fahrzeugscheines" (Blue Slip). Damit geht man zur RTA. Für die Ummeldung selbst benötigt man:

  • Teil des "blauen Fahrzeugscheins"
  • füllt den bei der RTA ausliegenden Vordruck "Transfer of registration" (auch blau) aus
  • eine Adresse in Australien (z. B. Hostel)
  • seinen Pass
  • den Internationalen Führerschein
  • einen Pink Slip: Das ist eine Art TÜV, bei dem aber wesentlich weniger geprüft wird.
    Diesen macht fast jede Werkstatt, kostet ca. 28 A$ und hat der Verkäufer vor dem Verkauf machen lassen.
     

Bei der RTA bezahlt man 3% Stamp Tax auf den Kaufpreis und z. Zt. 23 A$ Ummeldegebühr.

Dann haben wir gleich die Rego neu gemacht, was wie ich nicht gedacht hätte, ganz einfach ist.
 

  Die Rego

 
Die Rego ist eine Art "Grundversicherung" für das Auto. Sie ist maximal 1 Jahr gültig und Pflicht.
Man benötigt:

  • einen Pink Slip, der nicht älter als 28 Tage ist
  • einen Green Slip: Das ist eine Art "Insassenversicherung" (Third-Party-Insurance), d.h. alle an einem Unfall beteiligten Personen sind versichert.
    Man bekommt ihn z .B. bei der NRMA oder örtlichen Versicherern. Bei der RTA kann man zum Green Slip eine Telefonnummer oder Homepageadresse bekommen, welche die Preise aller möglichen Versicherungen vergleicht. Für Leute unter 25 Jahren kostet dieser Greenslip allerdings überall ca. 566 A$.
     

Mit diesen beiden Slips, dem Fahrzeugschein sowie dem Internationalen Führerschein und dem Pass geht man wieder zur RTA und bezahlt dort noch eine Gebühr von ca. 360 A$ und bekommt dann einen Aufkleber, den man auf die Windschutzscheibe seines Autos klebt.
 

Zusatzversicherungen

 
Um nicht ganz 'ungeschützt' durchs Land zu fahren, haben wir noch eine Art 'Teilkasko' (Third-Party-Property-Insurance) abgeschlossen. Bei einem Unfall zahlen sie für Schäden an anderen Autos und Eigentum, aber nicht am eigenen Wagen. Wie ich im "Outback-Handbuch" des 'Reise-Know-How'-Verlages lass, kann man sich auch bei australischen Versicherungen versichern. (Das 'Outback-Handbuch' ist übrigens für alle die sich mit dem Gedanken tragen, einen 4WD in Australien zu kaufen, sehr zu empfehlen).

Generell kommen nur die AAMI, GIO / Suncorp und die FAI / Allianz als überregionale Versicherer in Betracht.
Wir wussten, dass einige australische Versicherer keine Traveller unter Vertrag nehmen und haben daher extra zweimal nachgefragt. Die Antwort war jedes Mal: "Kein Problem, wenn man eine Adresse in Australien hat!"

Wir haben uns für die GIO entschieden. Bei der GIO  kostet diese Versicherung für 1 Jahr ca. 380 A$. Die GIO schließt man immer für mind. 1 Jahr ab. Sie ist jedoch monatlich kündbar und man bekommt den Restbetrag zurück.
Um die Versicherung abzuschließen, benötigt man:

  • den Fahrzeugschein
  • seinen Pass
  • den internationalen Führerschein
  • eine (Postfach-)Adresse in Australien
     

Umbau des Autos

auto3
Um die Fläche im Wagen optimal zu nutzen, wurden hinten die Sitzbänke umgeklappt und eine Holzkonstruktion auf halber Höhe als Liegefläche von immerhin 185 cm Länge und 140 cm Breite eingebaut.
Das Holz haben wir uns im 'Baumarkt' (Mitre10) zuschneiden lassen und dann mit einem geborgten Akkuschrauber verschraubt. Die ganze Konstruktion ist zweigeteilt: Wenn man die Verschlüsse öffnet und den vorderen Teil hochnimmt, lässt sich die Rückbank wieder hochklappen und so das Auto auch für mehr als 2 nutzen. (Das ist im Übrigen beim 'Troppy' nicht der Fall, denn man entscheidet sich mit dem Umbau dauerhaft für die 2-Mann-Variante.)
Inklusive der Verschlüsse, Schrauben und einem Gurt zur Arretierung der Konstruktion am Wagen kostete alles ca. 125 A$.

Auf dieser Holzkonstruktion liegt eine flache Ikeamatratze (95 A$) mit Laken und Kopfkissen. Geschlafen wird in Schlafsäcken.

auto2An den Fenstern haben wir dann noch ein paar selbstgenähte Gardinen befestigt. Der Stoff stammt von einem Bettbezug.
Um gegen Mücken und Fliegen, die es hier reichlich gibt, abgeschottet zu sein, haben wir noch einen 'Käfig' aus Fliegennetz (12 A$, Ikea) um die Liegefläche gebaut. Da wir nachts die Fenster auflassen, können die Tierchen zwar ins Auto aber nicht an uns heran.
Da wir 5-6 Monate im Auto wohnen wollen, haben wir uns einen Fridge (Kühlschrank), der immerhin 800 A$ kostet, zugelegt. Wir haben uns überlegt, dass man bei einem Esky (Kühlbox) alle 3 Tage Eis kaufen müsste, was ca. 150 A$ kostet und man hat auch noch den Aufwand hat, das Wasser aus dem Esky wieder abzuschöpfen. Den Fridge kann man zur Not, auch einzeln, z. B. über die Trading Post wieder verkaufen und das Nachfüllen mit Eis und das Abschöpfen des Wassers entfallen auch.

Reisebineblog Genaue Instruktionen zum
 Umbau in unserem Blog.
 
 

  Ausstattung & Campingausrüstung

 
auto4Als allgemeine Ausstattung für einen 4WD würde ich empfehlen:

  • Feuerlöscher (40 A$)
  • Spaten (20-30 A$)
  • Tau (z. B. zum Abschleppen)
  • 1 bis 2 Reservekanister 20 L
  • Isolierband
  • Draht
  • Kompressor oder Luftpumpe für die Reifen
  • Reserveflüssigkeiten für das Auto (Öl, Kühler, (Bremse) )
  • Erste Hilfe Kasten (10-20 A$)
  • Schraubenzieher, Schraubenschlüssel, Zange
  • Radmutternschlüssel, Wagenheber
  • 1 bis 2 Reservereifen
     

auto5 Als Campinggear empfiehlt sich:

  • 2 Klappstühle (à ca. 30 A$)
  • Gaskocher (ca. 30 A$)
  • 2 bis 3 Töpfe + 1 Pfanne (ca. 40-50 A$)
  • kleiner Klapptisch (15 A$, Ikea, aus Holz)
  • Besteck, Tassen, Teller
  • Campinglicht (40-90 A$)
  • kleiner Eimer zum Abwaschen
  • Kisten mit Deckel (ca. 10 A$) zum Verstauen (auch prima für tägliche Klamotten)
  • Müllsäcke zum Eintüten gegen Geruch (z. B. Kanister) oder Staub (z. B. Tisch)
  • Fliegennetz für den Kopf (ca. 5 A$)
     

Als Dauercamper lohnt es sich außerdem, dauernd einen “Leatherman” (Multitool) und eine Taschenlampe am Gürtel zu tragen und ein Feuerzeug (auch als Nichtraucher) in der Tasche zu haben.

Um die Handys und Fotoakkus nachzuladen, haben wir uns noch einen 12V auf 230V Netztransformer geleistet (ca. 80 A$, Dick Smith Electronics). Dieser wird an den Zigarettenanzünder angeschlossen. Wir haben den Zigarettenanzünder selber verteilt und verlängert. Das sollte man allerdings nur selber machen, wenn man auch wirklich Ahnung davon hat.

...und nun haben wir eine richtige kleine Wohnung auf 4 Rädern, mit der man überall hinkommt.
 

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Unsere Erfahrungen:
Nachdem wir jetzt schon von Sydney nach Adelaide und durch ganz Tasmanien gefahren sind (ca. 5000 km), haben wir doch gemerkt, dass man manche Campingareas nur mit 4WD erreicht und dann ganz ungestört ist und die Ruhe genießen kann. Verschiedene Freunde von uns haben sich den Ford Falcon gekauft und sie meinen, dass man wirklich nur begrenzt darin schlafen kann und einige Pisten aussparen muss, die mit einem 4WD kein Problem sind.

Wir sind nun schon seit gut 8 Wochen unterwegs und haben seit dem keine Unterkunft mehr bezahlt. Das Bett im Auto ist wirklich sehr gemütlich. Und der große Vorteil ist, man kann fast überall übernachten wo man will - ob auf Parkplätzen, Picnic Areas oder in abgelegenen Nationalparks - mit dem Landcruiser als Schlafmobil fällt man gar nicht weiter auf.
Wenn man sich unauffällig verhält und es so den Anschein macht, dass man nur parkt, gibt es eigentlich keine Probleme mit der örtlichen Polizei. Wir können aber auch keine Garantie dafür geben, sondern nur den Tipp, dass es vorwiegend eine Frage des Timings ist: Kurz vor Sonnenuntergang auftauchen, unauffällig verhalten und vor dem "Sturm" (ab 9 Uhr morgens meistens) startbereit sein. Duschen kann man z. B. auf Nachfrage in Caravanparks (ca. 1-2 A$), die in nahezu jedem Ort zu finden sind oder z. .T. auch in den nicht allzu häufig vorhandenen kostenlosen Duschen. Außerdem ist es in Australien üblich, dass es überall öffentliche Toiletten gibt.
 

 

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Ich bitte aber um Verständnis, dass es etwas dauern kann, bis ich eMails beantworten kann.
Um diesen Artikel auf dem neuesten Stand zu halten, wäre es schön, wenn ihr mir unter reisezeiten@web.de Updates und Veränderungen schickt.

© Copyright Foto und Text by Michael Döring (04/2005)