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Sechs der giftigsten Schlangenarten der Welt sind in Australien zu Hause. Doch eine Konfrontation mit ihnen ist eher selten. Wer sich auf “Touristenpfaden” bewegt, wird womöglich überhaupt keiner Schlange begegnen. Wer jedoch z.B. mit einem Geländewagen im Outback unterwegs ist, durch das Unterholz der Regenwälder stapft, Wanderungen in Nationalparks unternimmt oder auf einer Farm arbeitet, der hat zumindest gute Chancen.
Tiger Snake & Black Tiger Snake: Die Tiger-Snake ist die viertgiftigste Schlange der Welt. Sie hat einen kräftigen Körper und einen breiten Kopf. Die meisten gefährlichen Bisse bei Menschen gehen auf ihr Konto. Sie kommt überwiegend in Südostaustralien vor und treibt sich gelegentlich in besiedelten Gebieten und auch schon mal in Küchen und Schlafzimmern herum. Ihr Gift verursacht Lähmungen, hemmt die Blutgerinnung und kann mitunter tödlich sein. Ihre enge Verwandte, die Black Tiger Snake, “operiert” mit dem gleichen Gift, wird knapp einen Meter lang und kommt in Südwestaustralien, Teilen Südaustraliens (Flinders Ranges), auf den südlichen Inseln und in Tasmanien vor.
Death Adder: Die Death Adder lebt überwiegend im Outback ganz Australiens (außer im Südwesten). Sie liebt die Ungestörtheit des Buschs und vergräbt sich gerne unter Kies, Sand und Laubwerk. Sie ist nicht so lang wie ihre Artgenossen. Gefährlich ist die Death Adder, weil sie nicht flüchtet, wenn Menschen in ihre Nähe kommen.
Taipan: Der Taipan ist die tödlichste Schlange Australiens. Ihr Gift, für das es ein Serum gibt, ist extrem toxisch und ein Biss muss sofort behandelt werden. Sie kann mehr als 3 Meter lang werden. Sie lebt im Norden und Nordwesten (nicht in Wüstengebieten) und in den nördlichen Küstenregionen (Brisbane bis Darwin). Da sie gerne Mäuse jagt, findet man sie auch in der Umgebung von Farmen. Da sie jedoch von Natur aus scheu ist, flüchtet sie vor Menschen.
Brown Snake & King Brown Snake: Die Brown Snake findet man überall in Australien. Die meisten Schlangenbisse mit Todesfolge gehen auf ihr Konto, da sie verhältnismäßig häufig vorkommt. Sie ist auch bekannt unter dem Namen “Western Brown Snake”. (2 Begegnungen auf einer Farm im westlichen NSW 1998) Die King Brown, auch Mulga Snake genannt, findet man ebenfalls in allen Teilen Australiens (außer dem Südosten). Sie ist ebenso giftig wie die Brown Snake.
Eigene Erfahrungen: Umsicht und Wachsamkeit, besonders abseits von ausgetretenen Wegen, ist immer angesagt und so wurde ich während meiner zahllosen Monate in Australien auch NUR viermal mit Schlangen konfrontiert. Einmal kreuzte eine kleine Schlange auf einer unbewohnten Insel der Whitsundays meinen Weg (1991). Eine Begegnung der gleichen Art hatte ich auf einer Farm im Outback von New South Wales (1998 - siehe oben). Beide waren giftig. Eine dritte hing eines Abends bei Freunden im Schlafzimmer ihres Hauses nördlich von Brisbane von der Deckenlampe. Es war eine ungiftige sog. Carpet Snake und erzeugte eher allgemeines Gelächter als Entsetzen (1995). Eher gruselig war das “Entsorgen” des ungebetenen Gasts. Der Hausherr nahm sie mit bloßen Händen von der Deckenlampe, hackte sie auf der Werkbank in der Garage in passende Stücke und ab damit in den Mülleimer. Die vorerst letzte Begegnung (2000) hatte ich mit einem Teil unseres Filmteams bei Dreharbeiten in der Nähe von Alice Springs, als sich eine kleine “Baby Western Brown” beim Mittagessen durch unser Camp schlängelte. Nur die deutschen Crew-Mitglieder sprangen erschreckt von Ihren Stühlen auf - die Australier blieben gelassen sitzen und speisten seelenruhig weiter.
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